Nach der Übergabe von Weinsberg (S. 36 bei Jaffé) wurde, so wird erzählt, den Frauen erlaubt, mit dem, was sie auf den Schultern tragen können, frei abzuziehen. Da kamen sie heraus, eine Jede ihren Mann auf dem Rücken tragend. Man drang in Konrad III. diese Arglist zu ahnden. Er aber entgegnete: "Ein Königswort darf nicht geändert werden" (Zincgref, "Apophthegmata", Strassb. 1626, S. 29 und 30), woraus Bürger in der Ballade "Die Weiber von Weinsberg", Strophe 11, Vers 3 und 4 gemacht hat:
Ein Kaiserwort soll man nicht dreh'n, noch deuteln.
Die Erzählung ist unhistorisch. Zum "Hohenlied", 1, 4 bringt schon der Midrasch eine ähnliche Anekdote; s. Tendlau "Das Buch der Sagen und Legenden jüdischer Vorzeit", S. 54; Bernheim in den "Forschungen zur deutschen Geschichte", XV. S. 239 ff.—
Von Ludwig dem Eisernen, zweitem Landgraf von Thüringen (1140-72), erzählt die "Düringische Chronik" von Joh. Rothe (hrsg. von R. von Liliencron, Jena 1859, S. 292), er wäre im Anfang seiner Regierung so milde und gut gewesen, dass der Übermut der Mächtigen zunahm und das Volk hart bedrückt wurde. Da habe er sich einst im Thüringer Walde auf der Jagd verirrt und habe beim Schmied von Ruhla, der ihn nicht kannte, nächtliche Unterkunft gefunden. Die Nacht durch habe der Schmied emsig gearbeitet, und wenn er mit dem Hammer auf das Eisen schlug, so habe er dabei auf den Landgrafen und seine Lässigkeit fluchend und scheltend gerufen: "Nun werde hart", was einen so tiefen Eindruck auf den Fürsten machte, dass er von Stunde an nach dem Rechten sah und wieder Zucht und Ordnung im Lande herstellte (Otho Melander "Joco-Seria" 1603, No. 328). Diese Sage bearbeitete Wilh. Gerhard (Gedichte, B. 2, S. 24, Leipz. 1826) im Gedichte: "Der Edelacker", aus dem die Worte des Schmieds in der Form:
Landgraf! werde hart!
zum Citate geworden sind.—
Das Wort:
Caesar non supra grammaticos,
Der Kaiser hat über Grammatiker nicht zu gebieten,
welches durch das von Burchard Waldis in der Fabel "Wie ein Sauhirt zum Abt wird" mitgeteilte Sprichwort: "Die Schreibfeder muss Kaiserin bleiben" wiedergegeben und von Molière "Les Femmes savantes" 2, 6 zu: