Den gestrigen Tag suchen
erklärt sich aus Wolf Büttners "627 Histoiren von Claus Narren" (Eisleb. 1572. 21, 51), wonach der Hofnarr Claus († 1515) den Kurfürsten Johann Friedrich, welcher klagt: "Den Tag haben wir übel verloren" also tröstet: "Morgen wollen wir alle fleissig suchen und den Tag, den du verloren hast, wohl wieder finden."—
Ein 1833 erschienener Roman von Ludwig Bechstein führte den Titel:
Das tolle Jahr.
Der Roman behandelt die Geschichte der Stadt Erfurt im Jahre 1509, das wegen städtischer Wirren also benannt wurde. Heute pflegen wir das Jahr 1848 so zu nennen.—
In Zincgref-Weidners "Apophthegmata" (Lpzg. 1693, S. 10) heisst es: "Als er (Maximilian I., † 1519) auf eine Zeit gar vertraulich Gespräch hielte mit etlich seiner Leuten von einem und andern Land und Königreich, fället er unter andern auch dieses Urteil: 'Wenn es möglich wäre, dass ich Gott sein könnte und zween Söhne hätte, so müsste mir der älteste Gott nach mir und der andre König in Frankreich sein'". Die Redensart
leben wie Gott in Frankreich,
die allein in Deutschland gebräuchlich ist, lässt sich nur aus dieser Anekdote erklären. Man muss annehmen, dass Maximilian in den Mund gelegt wurde, sein erster Sohn müsse Gott, sein zweiter Gott in Frankreich sein.—
Der Ablasskrämer Johann Tetzel (1455-1519) pflegte zu sagen: "sobalde der pfennige ins becken geworffen und clünge sobalde vere die sele, dafür er geleget, ym Himmel" (s. "Görlitzer Annalen" 1509-1542 von Bürgermeister Joh. Hass; abgedr. in d. "Zeitschr. f. histor. Theolog." 4. Heft, Jahrg. 1842, S. 173). Hans Sachs in seinem Sang "Die Wittenbergisch Nachtigall, Die man yetz höret vberall" (1523) legte dann den Ablasskrämern die Verse in den Mund:
"Legt ein gebt euwer hilff und stewr