Mögen die Federn der Diplomaten nicht wieder verderben, was das Volk mit so grossen Anstrengungen errungen!"—

Über den Ausdruck:

den Schwerpunkt nach Ofen verlegen

sagt der namenlose Verfasser (Kertbeny, Benkert) der "Spiegelbilder der Erinnerung" (1869. III, S. 189, in der "Geschichte eines Stiefgrossvaters"):

"Österreichs Schwerpunkt liegt in Budapest. Dies 'geflügelte Wort' sprach zuerst dessen Erfinder Friedrich von Gentz 1820 im Kabinete Metternichs aus; im ungarischen Reichstage erklang dies Schlagwort zuerst aus dem Munde des grossen Grafen Széchenyi; 1840 rief Massimo d'Azeglio dies Wort Österreich zu, um es zu bewegen, seine fixe Idee des Besitzes von Oberitalien aufzugeben; dies Wort sprach Graf Camillo Cavour 1857 in Compiègne aus, und diesen guten Rat erlaubte sich Graf Bismarck-Schönhausen 1863 in einer Zirkulardepesche Österreich schriftlich (?), 1866 praktisch auf dem Schlachtfelde zu erteilen."

Graf Beust äusserte in der Sitzung der österreichischen Delegationen vom 19. Aug. 1869, die Redensart entstamme einer Unterredung Bismarcks mit dem österreichischen Gesandten Karolyi.—

Karl von Holtei erzählt ("Vierzig Jahre" IV, 61; vrgl. VI, 137; 2. Aufl. 1859), Zacharias Werner (1768-1823) pflegte "in Zeiten seiner Wiener Heiligkeit", (also von 1814 an bis zu seinem Tode, 1823) Goethe nur mit

d(ies)er grosse Heide

zu bezeichnen ["ein Ausdruck, den der liebenswürdige Grillparzer—wenn er Werners ostpreussischen Dialekt nachahmt, unwiderstehlich!—gar nicht vergessen kann">[. Dies mag Heine zu Ohren gekommen sein, von dem Goethe (Norderney 1826. "Ges. W." her. v. Strodtmann 1, 138 u. a. a. O.) auch öfters "der grosse Heide" genannt wird, bis er dann in seinem Buche "Über Deutschland", 1834 ("Ges. W" 5, 228) meint, "man" lege diesen Namen Goethe bei, doch sei er "nicht ganz passend" wegen des unverkennbaren Einflusses des Christentums auf diesen Dichter. Goethes "Heidentum" betonte übrigens schon vor Werner im Jahre 1811 (aus Dresden am 24. Mai an J. Bertram; vrgl. "Sulp. Boisserée" Stuttg. 1862, 1, 129) Sulpice Boisserée, ohne jedoch vom "grossen Heiden" zu reden.—