was noch öfter in der lateinischen (nicht antiken) Form citiert wird:
In vino veritas,
denn er zuerst singt (frgm. 16, Bergk): "οἶνος ... ἀνθρώποις δίοπτρον"—"der Wein ist ein Spiegel für die Menschen" und (frgm. 57): "οἶνος, ὦ φίλε παῖ, καὶ ἀλάθεα ..." "Wein, liebes Kind, (wird) auch Wahrheit (genannt)".
Vrgl. Theognis (500): "ἀνδρὸς ... οἶνος ἔδειξε νόον"—"Wein offenbart des Menschen Sinn"; Äschylus (fragm. 13): "κάτοπτρον εἴδους χαλκός ἐστ', οἶνος δὲ νοῦ"—"des Wuchses Spiegel ist das Erz, der Wein des Sinns"; Ion (bei Athen. X, p. 477): "τῶν ἀγαθῶν βασιλεὺς οἶνος ἔδειξε φύσιν"—"Wein, der die Edlen beherrscht, deckte das Innerste auf"; Plato ("Symp." 33) nennt als Sprichwort: "οἶνος ... ἦν ἀληθής"—"der Wein ist wahr" (d. h. macht, dass man die Wahrheit sagt); Theokrit (29, 1) ebenfalls mit Anlehnung an Alcäus:
"Οἶνος, ὦ φίλε παῖ, λέγεται καὶ ἀλάθεα·
Κἄμμε χρὴ μεθύοντας ἀλαθέας ἔμμεναι."
"Wahrheit nennet man auch, o geliebtester Knab', den Wein:
Und so müssen wir nun, wie Betrunkene, wahr nur sein".
Auch Plinius ("N. H." XIV, 28): "vulgoque veritas iam attributa vino est"—"gewöhnlich wird dem Wein die Wahrheit zuerteilt"; (ferner Plutarch "Artaxerx." 15), Athenäus II, 6 p. 37 u. a. m.—
Ein Freudengesang des Alcäus (12, Schneidewin 20. B.) auf den Tod des Tyrannen von Lesbos, Myrsilos, beginnt: