Relata refero (Ich erzähle Erzähltes)

auf Herodot zurückzuführen, der (7, 152) auseinandersetzt: "ἐγὼ δὲ ὀφείλω λέγειν τὰ λεγόμενα, πείθεσθαί γε μὲν οὐ παντάπασι ὀφείλω, καί μοι τοῦτο τὸ ἔπος ἐχέτω ἐς πάντα λόγον"—"mir liegt ob zu erzählen, was erzählt wird, aber mir liegt nicht immer ob es zu glauben; und dies Wort soll mir bei Allem gelten, was ich erzähle" (vrgl. dieselbe Vorsicht 1, 183; 4, 173, 187, 195; 6, 137).—

In des Euripides (480-406 v. Chr.) "Orestes" 234 schlägt Elektra dem kranken Bruder vor aufzustehen, denn:

μεταβολὴ πάντων γλυκύ Abwechselung ist immer angenehm,

was den Griechen "geflügelt" wurde: denn Aristoteles ("Nikom. Eth." 7, 15) citiert: "Abwechselung ist das Allerangenehmste, wie der Dichter sagt" ("μεταβολὴ δὲ πάντων γλυκύτατον κατὰ τὸν ποιητήν").

Als Übersetzung dieses Wortes lässt sich aus der nachchristlichen römischen Litteratur (s. Valerius Maximus II, 10 ext. I; Phädrus II, Prolog 10; Justinus "Praefatio")

varietas delectat[62]

herleiten; wir aber citieren:

variatio delectat, Abwechselung ergötzt,

was sich nirgends findet. Der muntere Dichter und Komponist August Schäffer († 1879) irrt, wenn er eins seiner Lieder beginnt: