und auch in dem "Leben des Aristoteles" von Ammonius (Westermann, "vitarum scriptores Graeci minores", 1845, p. 401) wird die "εʹ οὐσία" erwähnt. Damit ist nach Aristoteles ("De mundo", Kap. 2) der Äther gemeint, der dort "ein anderes Element als die vier, ein göttliches, unvergängliches" genannt wird. (Aristot. "Meteor." 1, 3; "de coelo", 1, 3; "de gen. an.", 2, 3.) Proclus ist die Quelle für das Wort. Viel später jedoch wurde der heut damit verknüpfte Begriff des feinsten Extrakts, der innersten Wesenheit oder des Kerns einer Sache in dies Wort hineingelegt. Raimundus Lullus gab 1541 sein Buch "De secretis naturae sive Quinta essentia" heraus, in dem er zu Anfang des zweiten Teiles diese "Quintessenz" als Allheilmittel preist, und 1570 erschien Leonhart Thurneysser zum Thurns "Quinta essentia, das ist die höchste Subtilitet, Krafft und Wirkung . . . . der Medicina und Alchemia" . . . . In der Vorrede stellt er die "Quinta Essentz Olea" neben den "Stein der Weisen", den "lapis philosophorum". Im 13. Buch nennt er sich einen Schüler des Theophrastus Paracelsus, der also der Vater des Schwindels mit der "Quintessenz" sein wird, wie er so manchen anderen Schwindels Vater gewesen ist.—
XI.
Geflügelte Worte aus lateinischen Schriftstellern.
[63]
[63] Aus diesem Kapitel (15. Aufl.) ging A. Otto 's Werk hervor: "Die Sprichwörter und sprichwörtlichen Redensarten der Römer" (Lpzg., Teubner, 1890), eine vortreffliche Arbeit, der dieses Buch manchen wertvollen Aufschluss verdankte.
Jeder ist seines Glückes Schmied
ist nach der dem Sallust zugeschriebenen Schrift "de republica ordinanda" 1, 1, wo es heisst: "quod in carminibus Appius ait, fabrum esse suae quemque fortunae", auf Appius Claudius (Consul 307 v. Chr.) zurückzuführen. Plautus ("Trin." 2, 2, 84: "sapiens ipse fingit fortunam sibi") schreibt diese Fähigkeit nur dem Weisen zu; während ein von Cornelius Nepos (Atticus 11, 6) mitgeteilter Jambus eines Unbekannten wiederum aussagt:
Sui cuique mores fingunt fortunam ( hominibus ). Jedes Menschen Glück schmiedet ihm sein Charakter.—
Als Citatenquelle ist Plautus (um 254-184 v. Chr.) zu erwähnen mit:
Nomen atque omen, Name und zugleich Vorbedeutung,
aus dem "Persa", 4, 4, 74, und mit dem ebenda 4, 7, 19 vorkommenden, von Terenz im "Phormio" 3, 3, 8 angewendeten
Sapienti sat ( est)! Für den Verständigen genug!