De nihilo nihil, Aus Nichts wird Nichts,
was Persius ("Satiren" 3, 84) wiederholt. Lucretius hatte seine Ansicht aus Epikur entlehnt, der (nach Diog. Laërtius 10, n. 24, 38) an die Spitze seiner Physik den Grundsatz stellte: "οὐδὲν γίνεται ἐκ τοῦ μὴ ὄντος", "Nichts wird aus dem Nichtseienden". Vor Epikur hatte schon Melissus gesagt, dass aus Nichtseiendem nichts werden kann ( Überweg "Geschichte der Philosophie des Altertums", 1, S. 63), wie auch Empedokles die Ansicht bekämpft, dass Etwas, was vorher nicht war, entstehen könne (ebenda 1, S. 66). Aristoteles ("Physik" 1, 4) sagt, Anaxagoras habe die übliche Ansicht der Philosophen für wahr gehalten, dass aus dem Nichtseienden Nichts entstünde ("οὐ γινομένου οὐδενὸς ἐκ τοῦ μὴ ὄντος"). In Mark Aurels (121-180 n. Chr.) "Selbstbetrachtungen" 4, 4 heisst es: "denn von Nichts kommt Nichts, so wenig als Etwas in das Nichts übergeht".—
Aus 2, 1 und 1 ist berühmt:
Suave, mari magno, turbantibus aequora ventis,
E terra magnum alterius spectare laborem.
Bei der gewaltigsten See, bei Wogen aufwühlenden Winden
Anderer grosses Bemüh'n vom Land aus seh'n, ist behaglich.—
Aus Sallust s (86-35 v. Chr.) "Jugurtha" 10 ist:
concordia parvae res crescunt, discordia maximae dilabuntur. Durch Eintracht wächst das Kleine, durch Zwietracht zerfällt das Grösste.—
Aus dem 187. Spruch des Publilius Syrus (bl. um 50 v. Chr.):