Nach Condorcet (Oeuvr. compl. Par. 1804. V. 230-1. "Vie de Turgot") war der Minister Turgot († 1781) der Verfasser dieses Lobspruches, doch mass sich Friedrich v. d. Trenck in seinem Verhör vor den Richtern zu St. Lazare in Paris (9. Juli 1794) die Urheberschaft bei (s. G. Hiltl: "Des Frh. v. Trenck letzte Stunden. Nach d. Akt. d. Droit publ. u. Archiv. Mittheil." Gartenlaube 1863. No. I). Heute wird gewöhnlich citiert:

Eripuit coelo fulmen, sceptrumque tyrannis.— Klassischer Zeuge

beruht auf folgendem Satz des Verrius Flaccus (um Chr. G.) im Auszuge bei Paulus Diaconus (p. 56, 15; Müller): "classici testes dicebantur qui signandis testamentis adhibebantur"—"klassische Zeugen pflegte man die zur Testamentsunterzeichnung Verwendeten zu nennen". Wir aber brauchen das Wort verallgemeinernd, wie "sicherer Bürge".

"Classici" hiessen die zur ersten Vermögensklasse eingeschätzten Steuerzahler (vrgl. "infra classem" bei Paul. Diac. p. 113, 12 u. Gellius VI, 13, 1).—

Im 6. Briefe des jüngeren Seneca (4-65 n. Chr.) heisst es:

Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla. Lang ist der Weg durch Lehren, kurz und erfolgreich durch Beispiele (s. Phaedrus 2, 2, 2: "exemplis discimus", "an Beispielen lernen wir").—

Auf der Stelle des 7. Briefes:

Homines dum docent discunt

beruht:

Docendo discitur, oder: Docendo discimus Durch Lehren lernen wir.—