Die Verse des Phaedrus (I, 10):
Quicumque turpi fraude semel innotuit,
Etiamsi verum dicit, amittit fidem . . .
gab von Nicolay (1737-1820) in seinem Gedichte "Der Lügner" also wieder:
Man glaubet ihm selbst dann noch nicht,
Wenn er einmal die Wahrheit spricht.
Danach hat sich die landläufig gewordene genauere Übertragung gebildet:
Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht;
Selbst dann, wenn er die Wahrheit spricht.
Dieser Gedanke wird schon dem Demetrius Phalereus (4. Jahrh. v. Chr.) zugeschrieben von Stobaeus ("Florileg." 12, 18).—