ist entlehnt aus Senecas "Natural. quaest." II, 44, wo es heisst: "poeticam ista licentiam docent". (vrgl. Cicero "de orat." 3, 38, wo "poetarum licentiae" und Phaedrus 4, 25, wo "poetae more . . . et licentia" steht. Lucians "Gespräch mit Hesiod" nennt diese Licenz: τὴν ἐν τῷ ποιεῖν ἐξουσίαν).—
Vielleicht ist auch
per aspera ad astra über rauhe Pfade zu den Sternen
aus Seneca geschöpft, in dessen "rasendem Herkules" Vers 437 lautet:
Non est ad astra mollis e terris via. Der Weg von der Erde zu den Sternen ist nicht eben.— Das Wasser trüben
beruht auf Phaedrus (bl. etwa 30 nach Chr.), B. 1, Fab. 1, wo der am oberen Laufe des Baches stehende Wolf komischerweise dem weiter unten stehenden Lamme frech zuruft:
Cur (inquit), turbulentam fecisti mihi
Aquam bibenti?
Warum hast du mir, der ich trinke, das Wasser trübe gemacht?
Von "Schafen", die "schöne Borne" durch "darein treten" "trübe gemacht" haben, ist übrigens auch die Rede Hesekiel 34, 18-19 (vrgl. 32, 2 und 13).—