"Cherchez la femme" oder "Où est la femme?"
Juvenal 7, 154 lesen wir von den Lehrern, die den Schülern bis zur Erschlaffung immer wieder dieselbe Geistesspeise auftischen müssen:
Occidit miseros crambe repetita magistros. Immer wieder aufgewärmter Kohl tötet die armen Schullehrer.
Hiernach entstand der Ausdruck
Kohl
für "langweiliges Geschwätz" ( Weigand nahm dies in der 1. Aufl. d. "Wörterbuches" an, während er in der 2. Aufl. das Wort aus der Gaunersprache herleitet. Grimms "Deutsch. Wörterb." hält aber die Beziehung auf Iuvenal aufrecht).
Das Wort des Juvenal enthält eine Anspielung anf das griechische Sprichwort "δὶς κράμβη θάνατος", "zweimal hintereinander Kohl ist der Tod" (vrgl. Basilius Magnus, † 379, vol. 3, epist. 186 u. 187, ed. Hemsterhuys, und Suidas unter "κράμβη"). Jedoch in Deutschland drang diese Anschauung nicht durch. So singt z. B. Wilhelm Busch in "Max und Moritz" von dem Kohl der Witwe Bolte:
"Wofür sie besonders schwärmt,
Wenn er wieder aufgewärmt".—
Juvenal 7, 202 liefert uns: