ist zurückzuführen auf den vierten Jesuitengeneral Aquaviva (1543-1615), der in "Industriae ad curandos animae morbos" (Venedig 1606) sagt: "Dass die Art der Regierung stark und mild sein muss, lehrt nicht allein die sich gleich bleibende Autorität der heiligen Väter, sondern das lehren auch in reichem Masse unsere Satzungen", und nach weitläufiger Erörterung dieses Grundsatzes schliesst: " Fortes in fine assequendo et suaves in modo assequendi simus" (Lasst uns stark sein in der Erreichung des Ziels und milde in der Art es zu erreichen). Wohl möglich, dass hierzu des Sophisten Himerius (4. Jahrh. n. Chr. "Or." 7, 15, Firmin Didot) "πρᾷος τοὺς λόγους, ὀξὺς τὰ πράγματα", "mild im Reden, schneidig im Handeln" die Anregung gab; während der Wortlaut aus der "Weisheit Salomonis" zu stammen scheint, wo von der Weisheit geschrieben steht (8, 1): "Sie reichet von einem Ende zum andern gewaltiglich und regieret alles wohl"; nach der Vulgata: "attingit ergo a fine usque ad finem fortiter et disponit omnia suaviter".—

Nach Berners Vermutung ("Lehrb. d. deutsch. Strafrechts" 1879. S. 120. Anm.) ist der römische Rechtsgelehrte Prosper Farinacius (1544-1618) der Urheber des Ausdrucks

Corpus delicti,

welchen Klein ("Grunds, d. gem. deutsch, peinl. Rechts" 1799. § 68) zuerst mit

Thatbestand

übersetzt habe. Bei Farinacius (1581. Quaest. I, n. 6) steht: "Primum Inquisitionis requisitum est probatio corporis delicti", "Das erste Erfordernis richterlicher Untersuchung ist die Prüfung des Thatbestandes", und weiterhin (Quaest. 2, n. 1-30) handelt er eingehend vom "Corpus delicti".—

Von dem Wittenberger Professor Friedrich Taubmann (1565-1613) ist:

Quando conveniunt Ancilla, Sibylla, Camilla,

Garrire incipiunt et ab hoc et ab hac et ab illa!

Ancilla, Sibylla, Camilla, wenn Die sich wiedersehn,