Doch ein Hauch wird lispelnd zu euch wehen;

Ich, auch ich war in Arkadien!

Garlieb Merkels "Erzählungen" (1800) haben das Motto: "Auch ich war in Arkadien", und Herzog Emil August von Sachsen-Gotha schrieb einen Roman: "Kyllenion, oder: Ein Jahr in Arkadien", Gotha 1815. Endlich wählte Goethe "Auch ich in Arkadien" zum Motto beider, 1816 und 1817 erschienenen Bände seiner "italienischen Reise", während E. T. A. Hoffmann in dem Motto zum 2. Abschnitt des 1. Bandes der "Lebensansichten des Kater Murr" (Berl. 1821-2) wieder zu dem üblichen "auch ich war in Arkadien" zurückkehrte.—

Vademecum

("Gehe mit mir") in der Bedeutung "Taschenbuch, Begleitbuch fürs Leben", ist der Titel des Buches von Johann Peter Lotichius: "Vade mecum sive epigrammatum novorum centuriae duae", Frankfurt a. M. 1625 (Vademecum oder zwei Hunderte neue Epigramme). Als der Horazübersetzer Pastor Lange über das kleine Format von Lessings "Schriften" spöttelte: er wolle wohl seine gesammelten Werke zu einem "Vademecum" machen, veröffentlichte dieser: "Ein Vademecum für den Herrn Sam. Gotth. Lange, Pastor in Laublingen, in diesem Taschenformate ausgefertiget von Gottfr. Ephr. Lessing" (Berl. 1754). Hiernach bekam "Vademecum" den spöttischen Sinn: "Denkzettel fürs Leben". Ohne Bezug auf Litterarisches findet sich das Wort vor Lotichius in Frankreich, da schon 1532 in des Rabelais "Gargantua und Pantagruel" (II, 28) Panurge ein Ledertäschchen sein "Vademecum" nennt.—

Pia desideria Fromme Wünsche

ist der Titel einer Schrift des belgischen Jesuiten Hermann Hugo (Antwerpen 1627). Joh. Georg Alpinus übertrug sie unter dem Titel "Himmelflammende Seelenlust. Oder Hermann Hugons Pia Desideria, d. i. Gottselige Begierden u. s. w." (Frankfurt 1675). Der lateinische Titel wurde 1675 von Philipp Jakob Spener für jene in der Geschichte der Religion bedeutende Schrift gewählt, wodurch er, der Verinnerlichung des Glaubens das Wort redend, der starren Orthodoxie gegenübertrat. Von da rührt der Widerhall her, den das Wort bekam.—

In necessariis unitas, in dubiis libertas, in omnibus autem caritas, In notwendigen Dingen Einheit, in zweifelhaften Freiheit, in allen aber liebendes Dulden,

kommt in der Form vor: "si nos servaremus in necessariis unitatem, in non necessariis libertatem, in utrisque charitatem, optimo certe loco essent res nostrae" in "Paraenesis votiva pro Pace Ecclesiae. Ad Theologos Augustanae Confessionis. Auctore Ruperto Meldenio Theologo". Diese Schrift ist in zwei Exemplaren in Kassel und Hamburg wiederaufgefunden worden und scheint (vrgl. Fr. Lücke: "Über das Alter u. s. w. des kirchlichen Friedensspruches, In necessariis etc." Gött. 1850. S. 46.) dem Inhalte nach zwischen 1622 und 1625 erschienen zu sein, der Titelvignette nach ist sie in Frankfurt a. M. gedruckt. Über Rupertus Meldenius ist sonst nichts bekannt. Schon 1628 wird der Spruch, der vor Meldenius nicht nachzuweisen ist, in einer in Frankfurt a. O. gedruckten Schrift eines Gregor Frank in der Form angeführt: "servemus in necessariis unitatem, in non necessariis libertatem, in utrisque charitatem".—

Thomas Hobbes (1588-1679) sagt ("De Cive" Par. 1646; 1, 8): "Quoniam autem jus ad finem frustra habet, cui jus ad media necessaria denegatur, consequens est, cum unusquisque se conservandi jus habeat, ut unusquisque jus etiam habeat utendi omnibus mediis, et agendi omnem actionem, sine qua conservare se non potest "—"Weil dem, welchem man das Recht versagt, die nötigen Mittel anzuwenden, das Recht, zum Zweck zu streben, nichts hilft, so folgt daraus, dass, da Jeder das Selbsterhaltungsrecht hat, auch jeder berechtigt ist, alle Mittel anzuwenden und jede That, ohne die er sich selbst nicht erhalten kann, zu vollziehen ". Hieraus scheint der Satz