Macchiavelli hingegen bestreitet, dass Geld der Nerv des Krieges sei ("Discorsi" 1518 u. 1522, Überschr. d. 10. Kap. vom 2. B.) und führt das Wort auf Quintus Curtius zurück, der es auf den Krieg zwischen Antipater und Sparta bezogen habe, wovon sich jedoch in dem uns von Curtius noch Vorliegenden nichts findet. Ohne Angabe der Quelle citieren das Wort ferner Agricola (No. 281 s. Sprichw. 1529: "Nervi bellorram pecuniae") und Rabelais ("Garg. u. Pant." 1, 46. Ao. 1533: "Les nerfs des batailles sont les pécunes"), während Champollion (1576 "De repbl.") wiederum meint, "Geld sei der Staatsnerv" ("rei publicae nervos in pecunia consistere") u. s. w.—

Der Richtereid in Athen enthielt die Stelle (s. Demosthenes "in Timocr." 149-151 u. "de corona" z. A.): "ἀκροάσομαι τοῦ τε κατηγόρου καὶ τοῦ ἀπολογουμένου ὁμοίως ἀμφοῖν", "ich will anhören den Kläger und den Verklagten, Beide gleicherweise". Auch findet sich dieser Gedanke oft bei den Alten (s. Leutsch u. Schneidewin "Paroemiogr. graec." II, 759) in der Form:

"μήτε δίκην δικάσῃς, πρὶν ἀμφοῖν μῦθον ἀκούσῃς" "Richte nicht, ehe du nicht in Verhör nahmst beide Parteien!"

Im Euripides (Heraclid, 179-180) heisst es:

τίς ἂν δίκην κρίνειεν, ἢ γνοίη λόγον,

πρὶν ἂν παρ' ἀμφοῖν μῦθον ἐκμάθῃ σαφῶς;

Wer mag zur Einsicht kommen, wer erkennt zu Recht,

Bevor er Beider Rede nicht genau erforscht?

Seneca ("Medea" 2, 2, 199-200) schöpfte hieraus wohl sein:

"Qui statuit aliquid, parte inaudita altera,