ist ein Ausdruck, den Graf Franz von Ballestrem (geb. 1834) im Reichstage am 5. Juli 1879 gebrauchte.—
In der Sitzung des preussischen Abgeordnetenhauses vom 12. Nov. 1879 sprach Minister Albert von Maybach (geb. 1822):
Ich glaube, dass die Börse hier als ein Giftbaum wirkt u. s. w.
Der Vergleich schädlicher Einflüsse mit denen eines Giftbaumes ist selbstverständlich älter.—
Fürst Bismarck sagte im Reichstage am 4. März 1881: "Ich habe mit meinem Gute Varzin früher dem Kreise Schlawe angehört. Der Kreisausschuss befand sich unter der Leitung ganz fester politischer Gegner von mir von der äussersten Rechten, und ich habe denn doch als Minister in meinem Privatleben für meine amtlichen ministeriellen Sünden zu büssen gehabt, bis ich schliesslich sah, dass ich der schwächere war und die Flucht ergriff! Mir war die Thür offen. Ich hatte
die Klinke zur Gesetzgebung
und bewirkte, dass ich aus dem Kreise Schlawe ausgeschieden und in den duldsameren Rummelsburger Kreis übergeführt wurde."—
Anlässlich des Ausfeldischen Antrages, betreffend die Abänderung des Artikels 32 der Reichsverfassung, sagte der Abgeordnete Sabor in der Reichstagssitzung vom 17. Dez. 1884 (s. "Stenogr. Berichte" I, 435): "Der Herr Reichskanzler will nicht, dass das Wahlrecht in dem Umfange, wie es jetzt besteht, gelten bleibe" (Widerspruch rechts) "und wenn man ihm darin nachgiebt, ist er bereit, in eine Verfassungs-Änderung zu willigen, ist sogar bereit, die Diäten zu bewilligen. Das lässt tief blicken" (Heiterkeit) "in die Maschine,—lässt einen Einblick thun in die geistige Werkstatt, in der die soziale Reform bereitet wird" . . . Hieraus stammt die übliche erheiternde Redensart:
Das lässt tief blicken, sagt Sabor.
Natürlich ist die Redensart: "Das lässt tief blicken" weit älter. Erst mit dem scherzhaften Zusatz "sagt Sabor" ist das Wort ein geflügeltes.—