Nach einem Gemälde von Professor Wilhelm Reichardt im Museum für Völkerkunde zu Berlin.

Phot. The Exclusive News Agency.

Abb. 208. Negerinnen Jamaikas,

die zu Weihnachten ihre Festtracht angelegt haben.

Den bösen Einfluß des Duppy nachdrücklich zu bekämpfen, ist Aufgabe des Obeahmann, dem man den Besitz besonderer Kenntnisse und Fähigkeiten zutraut. Bei der Ausübung seiner Kunst verfährt der Obeahmann nach althergebrachten kabbalistischen Zeichen und geheimnisvollen Zauberformeln; auch gibt er sich damit ab, die Duppys „in Flaschen einzufangen“ und sie einem Feinde auf die Spur zu hetzen, sowie Zaubermittel, seltsame Zusammenstellungen von Federn, Haaren und Pflanzen, unter seine Kunden zu verteilen. Ein Obeahmann könnte gelegentlich auch einmal gefährlich und widerspenstig werden, aber die Regierung weiß dem vorzubeugen. Sollte sie ihre scharfe Überwachung unterbleiben lassen, dann würde die Entwicklung in ihrem Laufe nicht mehr aufgehalten werden können und der Vuduismus bald zu jener schlimmen Form ausarten, wie sie uns auf Haiti entgegentritt.

Phot. H. H. Johnston.

Abb. 209. Gräber vornehmer Neger auf Haiti.

Der „Duppy“ oder Geist des Verstorbenen lebt in seinem Grabe weiter und kommt des Nachts hervor, um Unheil anzurichten. Die religiösen Bräuche der Anhänger des Vuduismus bezwecken vor allem, die Duppys in den Gräbern festzuhalten.