Die Art und Weise der Bestattung ist ganz verschieden. Vielfach zwängt man den Verstorbenen in einen engen Behälter und vertraut diesen der Erde an, meistens auf einem allgemeinen Begräbnisplatz außerhalb des Dorfes. Auch ein Kanu, das dem Toten gehört hat, ist als Sarg üblich. Ein Chiriguanomann, der von einem Jaguar getötet wurde, wird mit dem Kopf nach unten begraben, damit er nicht als Jaguar umgehe. Die Beisetzung erfolgt häufig auch in der eigenen Hütte des Verstorbenen, die man dann aber verläßt. Befindet sich die Grabstätte außerhalb des Hauses, so wird über ihr noch häufig ein niedriges Dach errichtet, unter das man in der ersten Zeit immer noch Nahrungsmittel für den Toten zu stellen pflegt. Die Carayá graben die Leiche nach einiger Zeit aus, sammeln die Knochen und setzen sie in einer Urne von neuem bei. Hier werden der überlebenden Ehehälfte nach Ablauf der Trauerzeit auch wieder die Kniebänder angelegt zum Zeichen, daß nunmehr zu einer neuen Ehe geschritten werden darf.
Europa
Phot. Schweizer. Gesellschaft f. Volkskunde.
Abb. 252. Vom Fest der Fischergilde zu Ermatingen (nach einem Fischfang).
Die heutige Bevölkerung Europas ist in der Hauptsache aus einer Kreuzung dreier Rassen hervorgegangen, der sogenannten nordeuropäischen, der alpinen und der mittelländischen Hauptrasse.
Die nordeuropäische oder indogermanische Hauptrasse ist durch einen hohen Wuchs, länglichen Schädel, längliches Gesicht, ebenmäßige Züge, längliche, schmale Nase mit geradem oder leicht gebogenem Rücken, blondes oder rötliches Haupthaar von lockiger oder gewellter Beschaffenheit, blaue oder hellgraue Augen und weiß-rosige, pigmentlose Haut ausgezeichnet. Sie hat ihre reinsten Vertreter noch unter der Bevölkerung Schwedens, wo sie nachweislich seit Beginn der Steinzeit ansässig gewesen ist und höchstwahrscheinlich auch ihren Ausgang genommen hat. Die schwedische Bevölkerung besitzt eine durchschnittliche Körperlänge von 170,8 Zentimeter. Die nordeuropäische Rasse hat bereits in der vorgeschichtlichen Zeit weitgehende Wanderungen angetreten; sie ist dabei bis nach den äußersten Ecken Südeuropas vorgedrungen und hat selbst darüber hinaus auf der einen Seite bis Nordafrika und auf der anderen bis Indien hin sich verbreitet. Die westlichen und südlichen Gebiete des Ostseebeckens waren eine unerschöpfliche Quelle, aus der immer neue Völkerstämme strömten und Europa nach allen Richtungen hin überfluteten. Zu dieser nordischen Rasse gesellte sich bereits zur jüngeren Steinzeit von Osten her eine zweite hinzu, die alpine oder mitteleuropäische Rasse, Leute von untersetzter Gestalt (im Mittel 163 bis 164 Zentimeter), leicht hellbrauner oder auch weißer Hautfarbe, hellbraunen oder schwarzen Augen, braunem oder rötlichbraunem Kopfhaar von welliger Beschaffenheit, rundem, breitem Kopf und rundlichem Gesicht. Ihre eigentümliche Verteilung auf unserem Erdteil läßt darauf schließen, daß sie von Osten, von Rußland oder noch weiter von Mittelasien herankam und sich wie ein Keil zwischen die nordische und die sogleich zu besprechende südeuropäische Rasse bis an die Cevennen hineinschob. Die südeuropäische oder mittelländische Hauptrasse endlich gleicht in ihrer Schädel- und Gesichtsbildung der nordeuropäischen, weicht aber in ihrer Körpergröße (im Mittel 161 bis 162 Zentimeter) und in ihrer Hautfarbe deutlich von ihr ab. Der Farbenton der Haut schwankt von einem gelblichen Weiß oder Blaßbraun zum Rötlichen oder Rotbraun, die Augen sind schwarz oder tiefbraun, die Kopfhaare tiefschwarz. Als ihre Bildungstätte dürften die östlichen Gebiete der Mittelmeerländer anzusehen sein. Infolge der zahlreichen Wanderungen, die sich im Laufe der Zeiten in Europa von Norden nach Süden und gelegentlich auch in umgekehrter Richtung abspielten, sowie infolge des regen Verkehrs zwischen den drei Rassen hat sich eine starke Vermischung zwischen ihnen vollzogen, so daß reine Vertreter der einzelnen Typen zu den Seltenheiten gehören.
Phot. Schweiz. Gesellschaft f. Volkskunde.