Phot. E. Nordenskjöld.
Abb. 249. Chorotiindianer (Gran Chaco) beim Spiel
mit roten Stäbchen oder Röhren, die man hin und her schiebt.
Phot. E. Nordenskjöld.
Abb. 250. Chorotiindianer beim Fadenspiel.
Der Aberglaube, daß das Essen von dem Fleisch bestimmter Tiere die Eigenschaften dieser auf den, der es genießt, und selbst auf die Frucht in dessen Leibe übergehen lasse, mag Veranlassung dazu gegeben haben, daß viele Stämme die Aschenreste ihrer Vorfahren unter ihr Getränk mischen, um sich so deren gute Eigenschaften anzueignen. Die Kobéua, die diese Unsitte üben, halten dabei zugleich Tänze ab, wo die Masken eine große Rolle spielen, die wir eingangs schon kennen gelernt haben. Wir erinnern ferner an die unter vielen Naturvölkern verbreitete oder richtiger verbreitet gewesene Sitte der Menschenfresserei, die zumeist ähnlichen Zwecken dienen sollte wie das erwähnte Vermischen des Getränks mit der Asche Verstorbener. Sie war früher allgemein üblich und soll auch jetzt noch bei gewissen Stämmen, zum Beispiel den Uitóto, vorkommen. Der Indianer, der dies tut, will dadurch sowohl die guten Eigenschaften seines Feindes in sich aufnehmen als auch dessen Persönlichkeit vollständig vernichten und sich dadurch gegen die Rache des Geistes des Verstorbenen schützen.
Phot. E. Nordenskjöld.
Abb. 251. Bauchmassage bei den Ashluslayindianern.