Phot. The Tourist Traffic Society of Sweden.

Abb. 263. Schwedische Volkstracht aus Dalekarlien.

Die der Frau besteht aus schwarzem Rock, gesticktem Leibchen mit langen, weißen Ärmeln, Schürze und gestickter Kappe; die des Mannes aus gelben Kniehosen, schwarzer Weste mit silbernen Knöpfen, schwarzem Rock und Hut.

Phot. Underwood & Underwood.

Abb. 264. Stube in Seeland,

mit Leuten in der Tracht der Insel, für die die flachen Hüte bezeichnend sind.

Die zahlreichen Gebräuche, die sich an das Weihnachtsfest knüpfen, beginnen bereits vielfach mit dem Erscheinen des Nikolaus (vorzugsweise im südlichen Deutschland) und des Knecht Ruprecht (nördliches Deutschland), beide ein Schreckgespenst für unartige Kinder ([Abb. 293]). Den Sankt Nikolaus hat die christliche Legende zu einem Heiligen des dritten Jahrhunderts nach Christus gemacht, aber er ist nichts anderes als sein Genosse Ruprecht, gleich Hruodperaht, das heißt der von Ruhm Strotzende, womit wieder Wodan gemeint ist; beide haben somit ein und dieselbe Bedeutung. Sie erscheinen meistens bereits einige Wochen vor Weihnachten oder in einzelnen Gegenden am Heiligen Abend, und zwar entweder unbemerkt in der Nacht oder sichtbar gegen Abend. Im ersteren Fall stellen die Kinder ihre Schuhe oder auch Körbchen und Teller, in die sie Hafer oder Heu, in Belgien auch Rüben für das Pferd des Nikolaus legen — offenbar ist hiermit Sleipner, das Roß des Wodan, gemeint, auf dem er die Lüfte durchreitet — vor ihr Bett, in die Nähe des Schornsteins oder vor die Türe; die guten Kinder finden dann am anderen Morgen an Stelle dieser Gabe Äpfel, Nüsse und Zuckerwerk vor, während die bösen neben dem unberührt gebliebenen Futter noch eine Rute erblicken. Findet sich der Ruprecht in höchsteigener Person ein, dann hat er einen langen Bart, ist mit Pelz und hoher Mütze bekleidet und trägt auf dem Rücken einen Sack, in der Rechten eine Rute. Er fordert die erschreckten Kinder zum Beten auf und verteilt dann an die Kleinen Äpfel, Nüsse und Pfefferkuchen, die Unartigen aber züchtigt er mit der Rute oder droht ihnen wenigstens. In Österreich ist ein sehr beliebtes Geschenk für Kinder der Krampus ([Abb. 294]). In Pommern befinden sich in Begleitung des Weihnachtsmannes noch verschiedene Gestalten, die offenbar heidnischen Ursprungs sind, so der Schimmelreiter (eine Karikatur des auf seinem weißen Wolkenroß dahinjagenden Wodan), der Bärenführer mit dem Bären (Versinnbildlichung des Winters), der Ziegenbock (Erinnerung an Donar, den man sich mit einem Ziegengespann fahrend dachte) und der Storch (Sinnbild des Frühlingsgottes); alle diese Gestalten werden von verkleideten Burschen dargestellt, die ihre Kurzweil treiben, während der Ruprecht seiner Pflicht nachgeht. Nachdem dieser ein kleines Geldgeschenk erhalten hat, begibt er sich mit seinem Gefolge zum nächsten Haus.

Phot. R. Welch.