Aus „Tremearne, Hausa Superstitions and Customs“.

Abb. 62. Takai aus Nordnigeria beim Tanz,

der Überreste eines früheren Kriegstanzes darstellt und noch bisweilen vorgeführt wird, um Regen zu erzeugen.

Ein Häuptling genießt das Vorrecht, im Orte selbst begraben zu werden; die übrigen Toten aber werden in der Regel außerhalb, meistens in einem schönen Hain, beigesetzt. Die Gräber ([Abb. 81]) sind vielfach mit allerlei kleinen Gegenständen bedeckt, die zur Aufnahme der von den Angehörigen dargebrachten Speiseopfer gedient hatten. Man pflegt diese Gräber oder „Orte zum Beten“, wie sie wohl genannt werden, des öfteren zu besuchen und mit den Abgeschiedenen eine Art Zwiegespräch zu halten; man ruft ihre Hilfe an, nicht nur die der jüngst Verschiedenen, sondern auch die Geister früherer Generationen. Man treibt also hier eine Art Ahnen- oder Geisterkult.

Phot. T. J. Alldridge.

Abb. 63. Minserifiguren des Yassiordens.

Sie zeigen stets weibliche Formen.

Die Mendi glauben im allgemeinen an ein zukünftiges Dasein. Das Reich der Toten verlegen sie in einen Berg in der Nähe einer bestimmten Stadt ihres Landes. Dorthin sollen sich die Toten begeben, nachdem sie auf langer Reise zuvor einen Fluß überschritten haben. Die obenerwähnte Zeremonie „Tewe-jama“ nimmt darauf Bezug, denn diese Bezeichnung heißt, wörtlich übersetzt: „über das Wasser gehen“. Aus diesem Jenseits will man in geheimnisvoller Entfernung Stimmen gehört haben, die auf die Klagelaute der Hinterbliebenen antworteten und sie aufforderten, nicht länger zu weinen, da der Verstorbene sein Ziel erreicht habe. Es wird auch noch erzählt, daß man oft den Verstorbenen, den Kopf in das weiße Leichentuch gehüllt, habe hinaufgehen sehen und vernommen habe, daß ihm, sobald er den Blicken entschwunden war, zur Begrüßung laute Willkommrufe entgegengerufen wurden.