Phot. The British Cotton Growing Association.

Abb. 76. Südnigerierin im Brautstaat.

Das Kleid ist im Lande selbst hergestellt, der Schmuck besteht aus Korallen und Elfenbein.

Bei den Aschanti wurden früher aus Anlaß des Begräbnisses eines Königs Menschenopfer dargebracht. Es bestand bei diesem Volke nämlich die Sitte, daß, sobald ein König auf den goldenen Thron gehoben war, man zu seiner beständigen Bedienung eine Anzahl Jünglinge und Jungfrauen auswählte. Die Mädchen hatten die Pflicht, jedes Gericht, das auf die königliche Tafel kam, zu kosten, bevor es dem Herrscher vorgesetzt wurde, und die Männer bildeten seine Leibwache. Diese „Seelen des Königs“, wie sie hießen, genossen besondere Vorrechte, solange der König am Leben war; bei seinem Tode aber wurden sie getötet und mit ihm begraben, einmal, um in der anderen Welt ihn weiter zu bedienen, und zum anderen, um zu zeigen, daß der Verstorbene in der Tat ein mächtiger Fürst gewesen sei. Sie waren im übrigen mit diesem ihrem Schicksal auch ganz einverstanden und machten gar nicht einmal den Versuch, ihm zu entgehen, denn sie hielten es für selbstverständlich, daß sie im Jenseits eine ähnliche Stellung einnehmen würden wie hier auf dieser Welt. Immer, wenn der Todestag des Königs wiederkehrte, wurden neue Diener abgeschickt, das heißt abgeschlachtet, um dem Verstorbenen zu zeigen, daß er noch nicht vergessen sei, und auch, um den jenseitigen Bewohnern einen weiteren Beweis seiner Größe zu liefern.

Aus „Tremearne, The Tailed Head-Hunters of Nigeria“.

Abb. 77. Junge Frauen der Kajji, eines Kopfjägerstammes.

Nach der Hochzeit entfernt die Mutter der jungen Frau den Keuschheitsgürtel, den sie bis dahin getragen hat, und legt ihr einen schwanzähnlichen Anhänger aus Palmfasern um, der von einer Gürtelschnur vorn und hinten herunterhängt.

Aus „Austral-African Notes and Anecdotes“.