Sie hat die Form einer Antilope und ist hohl. Mit dem größeren Klöppel (rechts) werden tiefe, mit dem kleineren daneben scharf rasselnde Töne hervorgerufen. Das kleine Bild (links) zeigt die Trommel von oben (mit dem Spalt).
Phot. H. H. Johnston.
Abb. 134. Ein Häuptlingsfetisch.
Er besteht aus einem Affenschädel, dem als Augen Kaurimuscheln eingesetzt sind, und ist mit Perlen, Muscheln und Messingglocken verziert.
Phot. R. H. Kirkland.
Abb. 135. Eine abergläubische Sitte der Bopoto bei der Geburt von Zwillingen.
Zwei Gefäße werden in das gablige Geäst zweier Pfähle zu beiden Seiten des Weges gestellt, der in das Dorf führt. Dadurch sollen etwaige böse Einflüsse ferngehalten werden, die den Zwillingen schaden könnten.
Kongofrauen haben ungern Zwillinge, weil sie ihnen doppelte Last machen, daher lassen sie den einen Zwilling für gewöhnlich verhungern. Ist eines der Kinder gestorben, auf natürliche oder unnatürliche Weise, dann wird aus einem Stück Holz ein Bildnis geschnitzt, das dieses Kind vorstellt, und zu dem lebenden gelegt, damit es sich nicht einsam fühle. Sollte auch dieses Kind sterben, dann kommt das Bild mit in dessen Grab. Die Leiche wird auf Blätter gelegt, mit einem weißen Tuch bedeckt und an der Kreuzung zweier Wege begraben, wo man sonst auch Selbstmörder oder vom Blitz Erschlagene, also Ehrlose, beisetzt. Auch kommt es wohl vor, daß, wenn von Zwillingen der eine stirbt, die Mutter sich ein Kind in demselben Alter borgt und zu dem am Leben gebliebenen Zwilling legt, damit dieser sich nicht gräme. Das erste Zwillingskind wird mit einem feststehenden Namen benannt, ebenso das zweite, desgleichen das erste Kind, das nach einer Zwillingsgeburt auf die Welt kommt. Auch ein sechsfingriges Kind bekommt einen bestimmten Namen. — Am oberen Kongo sind bei Zwillingsgeburten bestimmte Gebräuche vorgeschrieben. Drei Tage nach der Geburt nimmt die Mutter die Kinder in die Arme und tanzt vor ihrem Hause; die Nachbarn sehen zu und singen einen bestimmten Kehrreim, nämlich „Die Zwillinge rufen nach dir“. Die Mutter wird am ganzen Körper mit vielem Grün geschmückt, und die Kinder erhalten die feststehenden Namen, die für Zwillinge üblich sind. Sie dürfen den Namen niemals wechseln, was anderen erlaubt ist. Der erstgeborene Zwilling wird stets auf dem rechten Arm, der zweitgeborene auf dem linken getragen. So oft die Mutter gegrüßt wird, muß sie zweimal danken, für jedes Kind einmal, und wenn sie selbst jemanden grüßt, dann muß sie dies zweimal tun, damit kein Kind etwas versäume. Aus demselben Grunde muß sie mit beiden Händen essen, sonst würde das eine Kind in seiner Ernährung zurückbleiben; sie erhält auch doppelte Geschenke, damit nicht das eine Kind sich zurückgesetzt fühle, erkranke oder gar sterbe. Man glaubt allgemein, daß Erkrankung oder Tod eines der Zwillinge auf eine solche Vernachlässigung von seiten der Mutter zurückzuführen sei. Von den Zwillingen selbst wird erwartet, daß sie zusammen lachen oder weinen und auch sonst stets die gleiche Gemütsverfassung bekunden. Die Bopoto stellen bei einer Zwillingsgeburt zu beiden Seiten des Weges, der in das Dorf führt, je ein Gefäß in das gablige Geäst eines Pfahles, um dadurch etwaigen bösen Einflüssen vorzubeugen, die den Zwillingen schaden könnten ([Abb. 135]).