Phot. F. Oldrieve.
Abb. 145. Neger mit der Nsambi, einer Art Gitarre.
Phot. H. M. Whiteside.
Abb. 146. Ein prächtig verzierter Sarg der Mongo.
Nachdem der Tote von seinen Sklaven gewaschen worden ist, wird er für mindestens einen Monat in einer Hütte niedergelegt, zuweilen in einem schönen Sarge. Dieser wird dann mit Grabgesängen und Tanz durch das Dorf getragen.
Wenn die Menge sich verzogen hat, geben die Alten das Mädchen in die Hände des jungen Mannes unter ernsthafter Ermahnung in Zeugengegenwart. Der Frau prägen sie ein: „Du sollst deinen Mann und seine Familie achten und dich in deinem Hause anständig betragen“ und zu dem jungen Manne sagen sie: „Du sollst deine Frau und ihre Familie gleichfalls achten; du darfst sie nicht hart anfahren, auch nicht wie eine Sklavin behandeln, nicht auf ihre Sachen treten, sie selbst nicht mit Füßen stoßen.“ Darauf faßt der junge Mann einen der Zeugen beim Handgelenk, reibt eine Flintenkugel in dessen Handfläche und sagt darauf: „Ich habe alles, was gesagt wurde, gehört; sollte ich das Eheleben vernichten, dann möge mich diese Kugel treffen.“ Die Frau leistet denselben Eid, worauf die Alten das Haus der Neuvermählten betreten, die Herdsteine zurechtstellen und die Braut über ihre Pflichten als Hausfrau belehren. Die Verwandten der jungen Ehefrau werden schließlich beschenkt und in artiger Weise nach Hause komplimentiert. — Bei weniger wohlhabenden Leuten spielt sich die Hochzeit unter geringerem Gepränge ab; Festgelage, Tanz und sonstige Feierlichkeiten fehlen bei ihnen.
Phot. H. H. Johnston.