Über dem Grab ist ein Tisch aufgestellt und darüber ein Häuschen errichtet; auf den Tisch hat man allerhand zerbrochene Gebrauchsgegenstände des Verstorbenen gelegt.
Mit Erl. der Baptisten-Missionsgesellschaft.
Abb. 143. Berufsmäßige Tänzer der Bopoto,
die bei festlichen Anlässen gegen Bezahlung aufzutreten pflegen.
Phot. H. M. Whiteside.
Abb. 144. Mongoweiber vom Lulongoriver (Nebenfluß des oberen Kongo).
Die Haarfrisur wird durch Einreiben mit einer Mischung von Palmöl mit Ruß oder auch mit gebrannten Erdnüssen erzielt. Der Halsschmuck ist bei dem einen Weibe (links) aus Eisen, bei dem anderen aus Messing angefertigt; dieser Messingschmuck wiegt bisweilen bis zu zwölf Kilo.
Die Heirat kommt unter den Kongonegern durch Neigung zustande. Jedoch herrscht allgemein die Sitte, daß man nur in einen bestimmten Klan hineinheiraten darf. Die Grade des Verbots schwanken sehr zwischen den Bewohnern des unteren Kongogebiets, wo noch das Mutterrecht herrscht, und denen des oberen, wo bereits das Vaterrecht Geltung hat. Bei den ersteren darf ein junger Mann, der seine Wahl getroffen hat, weder mit seinem Mädchen sprechen noch ihm Geschenke machen. Um es zu gewinnen, muß er dagegen dem Onkel des Mädchens mütterlicherseits zunächst eine Kalabasse Palmwein darbringen und ihm vortragen, was er auf dem Herzen hat. Zeigt sich der Onkel geneigt, ihm Gehör zu schenken, dann dankt er dem jungen Manne und trinkt den ihm gebrachten Wein; dies ist aber nur ein Zeichen für seine Geneigtheit, ohne zunächst den Onkel zu weiterem zu verpflichten. Hat er den Wein getrunken, dann setzt er dem Jüngling Speise vor und bestimmt einen Tag, an dem dieser sich seine Antwort holen kann. Am festgesetzten Tage findet sich der Bewerber mit einer noch größeren Menge Palmwein ein und erhält von dem Onkel des Mädchens, nachdem dieser davon getrunken, Bescheid, ob er damit einverstanden ist, daß der junge Mann seine Nichte eheliche. Gleichzeitig verständigt er sich mit ihm über den Kaufpreis, der etwa in tausend, unter Umständen auch in fünftausend Paketen blauer Perlen — in jedem Paket befinden sich hundert Schnüre mit je hundert Perlen zum Preise von zwei Schilling für das Paket — zu bestehen pflegt, je nach der Stellung und dem Reichtum der Familie des Bewerbers. Man feilscht oft um die Höhe des Preises, und der Onkel ermäßigt ihn dann wohl auch. Jetzt ist es Sache des Bräutigams, die geforderte Summe durch Handelsreisen aufzubringen. Gelingt ihm dies, dann benachrichtigt er den Onkel, daß die Summe bereit liege, entweder in Gestalt von Perlen oder in einer entsprechenden Menge von Ziegen, Schweinen, Stoffen und so weiter. Der Onkel sucht jetzt das Dorf auf, wo der junge Mann wohnt, und nimmt dazu seinerseits Palmwein mit. Hier zählt er das Hochzeitsgeld nach und setzt, falls alles zu seiner Zufriedenheit ausgefallen ist, einen Tag fest, an dem der Vater des Mädchens seinen zukünftigen Schwiegersohn aufsuchen und ihn kennen lernen kann. Bei dieser Gelegenheit bringen Onkel und Vater des Mädchens dem Bewerber Kürbisflaschen voll Palmwein mit. Der Jüngling ruft seine Freunde zusammen, und man trinkt gemeinsam den Wein, zunächst den des Onkels, dann den des Schwiegervaters, worauf das Brautgeld vor Zeugen ausgezahlt wird. Der Vater erhält nur einen geringen Bruchteil davon, er spielt überhaupt bei der ganzen Angelegenheit eine völlig nebensächliche Rolle. Wenn alles so weit vorbereitet ist, dann muß noch die Zustimmung der Schwiegermutter eingeholt werden, ehe die Hochzeit stattfinden kann. Bei der Hochzeit pflegt man eine gewaltsame Entführung in Szene zu setzen. Der Bräutigam begibt sich am festgesetzten Tage mit ein paar Freunden in die Stadt der Braut; sie schießen beim Herannahen mit ihren Flinten, schreien und bemühen sich, möglichst viel Lärm zu machen. Damit soll nicht nur die gesellschaftliche Stellung des Bräutigams kundgetan, sondern auch die zukünftige Herrin geehrt werden. Bei der Ankunft im Dorf findet ein Scheinkampf statt mit dem Ausgang, daß die Braut mitgenommen wird. Die Gesellschaft zieht sich nun wieder in ihre eigene Stadt zurück, wo für die nächsten zwei bis drei Tage ein lustiges Leben herrscht. Große Menschenmassen sammeln sich an, viel Wein wird getrunken, zahlreiche Ziegen und Schweine werden verzehrt, es wird geschossen und gesungen und unter Trommelschlag getanzt. Am Tage vor der Hochzeit nimmt die Braut keine Nahrung zu sich.