Abb. 140. Ein Fetisch der Anwohner des Libinzasees (oberer Kongo),
den der Zauberdoktor gegen hohe Bezahlung aufgestellt hat, um die zurückgehende Geburtenziffer zu heben.
Im ganzen Kongogebiet treiben die heranwachsenden Kinder allerlei Spiele, wobei sie den Großen nachäffen; sie gehen im Scherz auf die Jagd, treiben Handel, kochen, kämpfen miteinander und dergleichen. Sonstige Spielsachen kennen sie wenig, außer dem, was sie sich aus den ihnen zur Verfügung stehenden Gegenständen selbst herstellen, wie Modelle von Häusern oder Kanus, ferner Schilde und Speere für ihre Schlachten. In mondhellen Nächten beteiligt sich die Jugend mit den Alten am Tanz oder führt auch eigene Wetttänze auf; Tänze von allerlei Art sind überall sehr beliebt und werden bei allen möglichen Gelegenheiten unter lärmender Musikbegleitung abgehalten ([Abb. 137], [141], [143], [145] und [147] bis [150]). In dunklen Nächten hocken sie um das Feuer und erzählen einander unter lebhaftem Gebärdenspiel allerhand Tiergeschichten, die in großer Zahl in ihren Köpfen herumspuken, oder sie geben sich gegenseitig Rätsel auf. Auch Fadenspiele ([Abb. 152]) sind bei alt und jung sehr beliebt; groß und klein bekundet eine große Geschicklichkeit in dem Abnehmen des Fadens, der ein Band von ein paar Meter Länge vorstellt. Man hat bis zu sechzig verschiedene Arten dieses Spiels gezählt. — Die jungen Leute haben sich vielfach Reifezeremonien zu unterziehen ([Abb. 139]).
Mit Erl. des Belgischen Kolonialministers.
Abb. 141. Ein Tanzweib der Bopoto mit seinen Dienerinnen.
Der Schmuck besteht aus weißen Perlen, die zugleich die Stelle des Geldes vertreten, und aus messingenen Arm- und Fußbändern.
Phot. F. Oldrieve.
Abb. 142. Grabdenkmal vom Ngombe-Lutete-Bezirk.