Es fällt ihm ein, wie er, seiner Erinnerung nach zum erstenmal, ein Nebelhorn gehört. Er war noch ganz klein und erschrak. Seine Mutter aber erklärte es ihm.

– »Das ist einer vom Bremer Lloyd,« sagte sie, »der jetzt einfährt.« Und ein anderes Mal fing sie an zu lachen. »Der brüllt wie ein sterbender Bulle. Das ist der ›Flandern‹ von der Red Star Line.« –

Oh, er hatte sie bald alle gekannt. Einige davon hatten eine Stimme wie keifende Marktweiber und andere, wie besonders das kleine Harwichboot, hatten eine Grogkehle und waren ewig heiser.

Dieses Horn aber kannte er nicht. Wind und Regen störten den reinen Klang, ebenso die Ferne, aus der es zu kommen schien.

Doch mit einem Male tönte es ganz in seiner Nähe. Und als er die fieberhaften, sehnsüchtigen Augen dorthin wandte, sah er einen alten, gebückten Mann, der ein mächtiges Kuhhorn an den Lippen hielt. Es war der Gemeindewächter.

Wind, Regen und Sehnsucht haben dich getäuscht, Henrik Jansen!

Henrik Jansen versuchte zu lächeln, sein Gesicht verzerrte sich aber nur. Langsam schloss er das Fenster, doch zu Bette ging er nicht.

Er setzte sich stumm an den eichenen Tisch und schlug die Hände vor das Gesicht. Dort blieb er bis zum Morgen, und sein ganzer, riesiger Körper bebte vor weinender Sehnsucht …

Der alte Steffen.