Seine Kollegen mussten ihn nach Hause führen.
Mit schwerem Kopf und Bitterkeit in Herz und Kehle wachte er am nächsten Morgen auf. Ein schwerer Druck auf seiner Stirn liess den ganzen Tag nicht nach. Er vermochte nicht zu widerstehen, als Assessor Lindenborn, mit dem er gemeinschaftlich das Gericht verliess und der nicht weniger verkatert war, einige Auffrischungsschnäpse vorschlug. Sie setzten sich wieder in das kühle, halbdunkle Kneipzimmer und standen nicht eher auf, als bis es gegen Mitternacht ging.
Einmal aus der gewohnten Bahn geschleudert, fand er nun gar keinen Halt mehr. Der Kronenwirt grüsste ihn jetzt sehr höflich, aber seine Kollegen schüttelten aufs neue die Köpfe.
»Es geht nicht so weiter mit Johnson,« meinten sie alle. »Wir müssen ihn zur Vernunft bringen. Er vertrinkt alles, und es ist schon jetzt nichts Seltenes, dass er am hellen Tage berauscht ist.«
Eines Abends, als sie in vorgerückter Stunde in ihrer Stammkneipe zusammensassen, machten sie ihm Vorhaltungen.
Er war schon betrunken, und unter ihren wohlmeinenden Worten packte ihn das graue Elend.
»Ich weiss, dass ich ein Lump bin,« sagte er schluchzend. »Ein Lump, jawohl, ein Lump. Aber warum habt ihr mich nicht sitzen lassen in meinem Jammer? Warum habt ihr mich gezwungen, mit euch zu trinken?«
»Aber, lieber Kollege! Es ist doch ein Unterschied zwischen Trinken und Trinken. Wir haben es doch gewiss nur gut gemeint.«
Amtsrichter Johnson lächelte bitter.
»Gut gemeint, jawohl. Alle haben es gut gemeint. Alle, nur der Herrgott nicht. Nur der Herrgott alleine nicht!« – – – –