Franziskaner-K., ganz schlichter Bruchsteinbau vor 1248 (erste Erwähnung des Klosters), Gr. Rechteck 25: 7 m, Spuren von grätigem Kreuzgwbb. über 1/2 kr. Schild- und Gurtbgg.; rundbg. Fenster; Apsis zerstört. — Kreuzgang (jetzt Stall) E. 13. Jh. — Die an der Sseite des Kreuzgangs im 14. Jh. errichtete größere K. 1826 abgebrochen.
Pfalz. Zuerst genannt 1158 im Besitz der Grafen v. G., 1180 mainzisch, erst in den letzten Jahren Friedrichs I. Reichsgut. Seit 1363 Beginn der Zerstörung, nach Ruprecht von keinem Kaiser mehr besucht. Seit 1858 Erhaltungsarbeiten. — Angelegt als Wasserburg (vgl. Büdingen, Wächtersbach, Burgjossa). Die noch im 15. Jh. bewohnte Vorburg jetzt nur in den Grundzügen zu erkennen. Die heutige Ruine gehört der schon im 14. Jh. verlassenen Kernburg; sie ist von allen staufischen Pfalzen die relativ besterhaltene und künstlerisch edelste, wenn auch weitaus nicht die größte. Nach Ausweis der Steinmetzzeichen und der technischen Eigenschaften Bau aus einem Guß. Die Hauptteile ca. 1210-20, nur die Eingangshalle vielleicht älter. — Der Gr. bildet ein Trapez: an der schmalen WSeite die Eingangshalle, an der im stumpfen Winkel davon abbiegenden NSeite der Saalbau, an der SSeite und der polyg. gebrochenen OSeite Ringmauern, an die sich Wirtschaftsgebäude anlehnten. — Die Ringmauer 2,10 m stark, Quaderverblendung, Füllung aus Bruchstein und Mörtelguß; Rüstlöcher sichtbar, doch keine Versetzung mit der Zange. — Der quadr. Bergfried, als Wehrbau nicht sehr bedeutend, im Winkel zwischen der SMauer und der Eingangshalle; hölzerne Zwischendecken; kleine Tür nach dem Wehrgang (dessen Höhe daraus zu bemessen ist), eine größere auf eine von Kragsteinen getragene Plattform, vom Hof aus mit Leitern zu ersteigen; der obere Teil des Turms in got. Zeit restauriert. — Das Eingangstor zeigt keine Spuren von Zugbrücke und Fallgitter; doch Ansätze zu einem (zerstörten) Gußerker. Es führt in eine 2sch. 3jochige nach dem Hof offene Halle; die rippenlosen Kreuzgewbb. des NSch. ursp., im Ssch. got. erneuert. Die Sll. haben Würfelknäufe mit 2teiligem Schild (eine sonst nur im Elsaß nachgewiesene Form). An der OMauer war der sog. Barbarossakopf eingemauert, jetzt im Palas. — Über der Torhalle lag die jetzt ihrer Gwbb. beraubte, ebenfalls 2sch. Kapelle. — Der Palas lehnt sich an die nördl. Ringmauer, die Schauseite nach innen. Erhalten das Erdgeschoß mit kleinen Fensterschlitzen und das erste Hauptgeschoß. Die Tür, durch eine [pg 144] Doppelfreitreppe zugänglich, liegt nicht in der Mittelachse (außerdem eine noch erhaltene innere Treppenverbindung zur Torhalle). Sie führte direkt in den Saal (13:12 m) mit einer 5teiligen Fensterarkade (ohne Spur eines Verschlusses); die Fundamente deuten darauf, daß 4 Sll. die Balkendecke trugen; an der NWand der schöne Kamin. Links an der Tür sind die Ark. durch einen Wandpfl. in 2 Gruppen getrennt. Am Saal entlang lief ein Gang und hinter diesem lagen 2 getrennte Gemächer. Ein Obergeschoß war sicher vorhanden; auch hier ein Kamin; dessen Sll. und ein skulptiertes Tympanon jetzt in der Torhalle aufgestellt. Das Bauornament am Palas gehört zum formenschönsten und delikatesten, was rom. Meisselarbeit hervorgebracht hat; jedenfalls kann sich kein anderer Profanbau damit messen. — Am OEnde des Hofes sind Fundamente eines Rundbaues (8,6 m äußerer Durchmesser) von ungewisser Bestimmung gefunden.
Johanniterhof, vom Ordenshaus in Rüdigheim dependierend; kleines sehr herabgekommenes Gebäude in der Holzgasse; die paarweise gestellten Spitzbg.-Fenster der WSeite sprechen für 14. Jh., der SGiebel mit Kreuzstöcken im 15. Jh. umgebaut. Daneben kleine Kapelle.
Deutschordenshäuser. a) Der Komturei Marburg; jetzt durch die landwirtschaftliche Winterschule ersetzt. b) Der Komturei Sachsenhausen; 14. Jh., im 16. erneuert und weiterhin modernisiert; im Hof Brunnen aus Renss.
Hof der Abtei Arnsberg. 1742 erneuert; die einfache got. Kap. aus A. 14. Jh. erhalten; Rest von Wandmalerei.
Hof der Abtei Haina. Nur die Eingangspforte aus E. 13. Jh. erhalten.
»Steitz«, Haus eines Altaristen, sehr herabgekommen, im Innern ein Lavabo und andere interessante Einzelheiten.
Romanisches Rathaus, spgot. umgebaut, im 17. Jh. durch ein Fachwerkhaus verdeckt, 1881 freigelegt. Erhalten hat sich von Kunstformen: die im Kleeblatt geschlossene Tür über einer vorgebauten Plattform und im dritten Geschoß 3 Gruppen dreiteiliger Ark., welche einen ungeteilten, die ganze Ausdehnung des Gebäudes einnehmenden Saal beleuchteten. Daß das Haus öffentlichen Zwecken diente, ist kaum zweifelhaft; unter den in Frage kommenden gilt die Bestimmung als Rathaus für die wahrscheinlichste.
Gotisches Rathaus, wahrscheinlich als Kaufhaus, zugleich für Verwaltungsstuben, E. 15. Jh. erbaut; stark modernisiert.
Fürstenhof, langgestreckter Komplex, schon im Ma. als Sitz der pfandherrlichen Amtleute vorhanden, in der Renss. erweitert; aus dieser Zeit einige gute Einzelheiten.