GÖSSWEINSTEIN. OFranken BA Pegnitz.

Kloster-K. 1730-39 von Balthasar Neumann. Doch hatte schon 1728 der angesehene Mainzer Architekt F. A. v. Ritter Pläne eingeliefert. Inwieweit Neumann diese berücksichtigt hat, ist eine offene Frage. Anlage im lat. Kreuz. Das Qsch. schließt aus dem 6Eck, sogleich an der Längswand beginnend, Im Lhs. bilden die eingezogenen Streben Kapp., durch einen Gang verbunden. Die Flachkuppel nach außen nicht sichtbar. Das Tonnengwb. mit starken Quergurten ist reich stuckiert. Die innere Ausstattung schon in den Formen des Rok.; der Hochaltar (1742) erinnert in seiner Verwendung von konstruktiv nicht zulässigen Elementen zu Stützen und Streben an Vierzehnheiligen. Der Außenbau, wie immer bei N., einfach, mit 2 Front-Türmen. — Über dem Portal eine gewaltige plastische Gruppe, die h. Dreifaltigkeit. An [pg 154] der Rückseite eingemauert ein Grabdenkmal von Hans Werner 1588.

GOTHA. Hauptstadt von Sachsen-Gotha.

Augustiner-K. Gegr. 1366, überarbeitet 1676. Einfaches, turmloses Rck. von 49 : 14,5. — Fürstenstand am Chor in derbem Bar.; desgl. die Kanzel; Rest eines got. Altarwerks. Die große Gedenktafel für Herzog Johann, † 1605, stammt aus Reinhardsbrunn. — Das Klst. verbaut; der Kreuzgang rest.

Margarethen-K. spgot. E. 15. und A. 16. Jh., rest. 1652 und 1725; ursp. 3sch. Hallenkirche. — Denkmal für Herzog Ernst den Frommen 1728 von dessen Enkel errichtet. — Taufstein bez. 1687. — Sehr schöne bar. Engelsfigg., Holz.

Schloß Friedenstein. 1643-1654 für Herzog Ernst d. Fr. von Andreas Rudolfi. Groß in den Abmessungen, in der Ausführung sparsam, nüchtern, schwerfällig, fast noch mehr im Charakter einer Zitadelle als eines fürstlichen Wohnhauses, ein echtes Abbild der freudenarmen Stimmung am Ende des großen Krieges. Ein 4eck. Hof, im Lichten 86 : 65 m, wird von 3 Flügeln umgeben, an der 4. Seite Mauer mit Tor, an den Ecken breite Türme mit welscher Haube. Die in der deutschen Renss. an einem Kunstbau nie fehlenden Giebel sind aufgegeben. Rings um den Hof Bogengänge auf schweren gequaderten Pfll. — Die innere Einteilung ohne größere Raumentfaltung. Tiefe, niedrige Gemächer. Darunter leidet die 1685 ff. hinzugefügte prunkhaft derbe Barockdekoration. — Einige Räume M. 18. Jh. Das Porzellankabinett und anderes, was nicht mehr sicher nachzuweisen, 1751 vom Nassau-Saarbrückener Hofarchitekten Stengel. Die Schloß-K. nahe verwandt der zu Weißenfels (vgl. dort). In der Fürstengruft viele, z. T. aufwandreiche, Särge. Orangerie von G. H. Krohne.

Schloß Friedrichstal. 1711. Nach französischen Mustern in vereinfachter Formgebung.

Rathaus, beg. 1567, verändert im 17. Jh. Das Portal von auserlesener Feinheit der Erfindung und Ausführung; bez. 1574, aber noch im Charakter der FrRenss. An der SFront eingemauertes Reliefbild eines h. Bischofs aus 13. Jh.

Gute Barockhäuser die städt. Sparkasse und der ehem. Preußische Hof.

Auf dem Friedhof bmkw. Familiengrabmäler der Barockzeit erhalten.