Dorf-K. 1705, Anlage nach dem Muster von Bertsdorf. Innenausstattung im ursp. Zustande. Recht hübsch die Orgel. Charakteristische Denkmäler. — Auf dem Friedhof Kanitz-Kyausche Gruftkapelle in reicher bar. Nischenarchitektur mit allegorischen Figuren.
Altes und neues Schloß, 1564 und 1749; großartiger Terrassengarten.
HAINICHEN. Sachsen-Weimar VB Apolda.
Kirche mit rom. Portal, etwa 1. H. 12. Jh., sonst 15. und 17. Jh.
HALLBURG. UFranken BA Gerolzhofen.
Von der Burg (als castellisch zuerst erwähnt 1230) stehen noch der ma. Bergfried und ein langgestreckter rck. Bau.
HALLE A. S. Pr. Sachsen Saalkreis.
Dom (zum ehem. Moritzstift). 1520-23 durch Kardinal Albrecht von Brandenburg, Erzbischof von Mainz und Magdeburg, aus einer Dominikaner-K. der Zeit um 1300 ohne tiefgreifende Veränderungen umgebaut. Eingehende Untersuchung steht noch aus. Nicht unwahrscheinlich jedoch geht die bestehende Hallenanlage auf den ersten Bau zurück, sicher der ganze Chor (totale L. 68 m). Das Äußere ist in Tradition der Bettelordenskirche turmlos. Das Dach nach den 3 Schiffen zerlegt, über den Abseiten in dichter Reihung Renss.-Zwerchhäuser (Backstein) mit 1/2 kr. Giebeln. — Von erheblichem kunstgeschichtlichem Interesse die plastische Ausstattung. Mit ihr hielt die Renaissance ihren Einzug in Obersachsen. Die erstaunlich kurze Zeit der Ausführung (1523 [pg 167] bis 1526) setzt eine stark besetzte Werkstatt voraus. An ihrer Spitze stand als Figurenbildhauer, doch auch als Dirigent des Ornaments, ein Schüler Hans Backofens aus Mainz (wohl von demselben die Kreuzigungsgruppe in Hessental von 1519). Auch das Material (Tuff) ist rheinisch. An den Portalen trat ein Architekt hinzu, der eingehende und verständnisvolle Studien in der Lombardei (Certosa, Como) gemacht hatte. 1. Die zwei Weihetafeln an der NWand des Innern, bez. 1523, das prachtvolle Wappen des Kardinals in Ädikula, dazu die hll. Erasmus, Moritz und Magdalena. 2. Sakristeitür und südl. Außenportal bez. 1525. 3. Kanzel bez. 1526, nicht groß, aber von höchstem plastischem Reichtum. 4. An den Pfeilern des Inneren großartiger Statuenzyklus (Christus, elf Apostel, Paulus und Mathias und die drei Titelheiligen der K.); die reiche Abwechslung der Körper- und Gewandmotive, die eindringende Charakteristik der Köpfe, das ganze Pathos der Empfindung und das malerische Formgefühl, dies alles ist im Wesen schon barock. [Die vom Kardinal gestifteten mobilen Kunstwerke kamen, als Halle die Reformation annahm, nach Aschaffenburg; Grünewalds Tafel mit den hll. Erasmus und Mauritius jetzt in der Pinakothek zu München.] Chorgestühl von spgot. Charakter mit einigem Renss.Einschlag. Emporen und Altar M. 17. Jh.
Markt-K. U. L. Fr. Ursp. standen hier dicht hintereinander 2 Kirchen, S. Marien und S. Gertruden. Kardinal Albrecht von Brandenburg ließ sie 1529 abbrechen bis auf die Türme und verband diese durch einen Neubau, das jetzige Lhs. Charakteristisches Werk der spätesten Gotik im Anschluß an die Schule des sächsischen Erzgebirges. 3sch. schlanke Hallenkirche von 10 schmalen Jochen; die Sschiffe noch einmal geteilt durch eingebaute steinerne Emporen. 8eckige Pfll. mit glatten, im Gr. konkav gekrümmten Flächen. Das wirre Rippenwerk der Netzgewölbe hat keine struktive Bedeutung mehr und verschmäht auch formal jeden Zusammenhang mit den Stützen. Ein gesonderter Chor fehlt. Das östl. Turmpaar (vor der Marien-K.) sprom., Obergeschosse got., durch eine Brücke verbunden. Die Hauben von 1551 aus Spgotik und Renss. gemischt, interessant als Vorstufe zu dem norddeutschen Bar.Typus. Im W die »blauen Türme«, spgot. mit rom. Resten, ihre Helme entwickelten sich ehemals aus einer Krönung von 8 kleinen Giebeln, die 1913 auf Grund eines alten Modells der Kirche (ca. 1695-1704) wieder hergestellt sind. Das Hauptportal ein Muster jener komplizierten Stabwerkverflechtungen und Überschneidungen, in denen sich besonders die sächsische
Schule gefiel. In den Profilen der Rippen und der Fenstergewände herrschen matte Hohlkehlen. Die steinernen, ehemals reich bemalten und vergoldeten Emporen (von Nickel Hofman 1550-1554) geben eine interessante Verbindung von got. Strukturformen mit renss. Ornament. Eine zierliche, doch höchst verzwickte, lediglich mit geometrischem Ornament rechnende Komposition ist die Kanzel aus Sandstein; der Meister sucht nach neuen Formen, aber kommt von den alten nicht los. Ausgeprägte Renss. in dem Tafel- und Stuhlwerk über den Emporen, 1562-1575 von Ant. Pauwart aus Ypern in Flandern. Die weiteren Wandlungen des Ornaments veranschaulichen die Bräutigamsstühle, eine ausgezeichnete Arbeit von 1595. Aus derselben Zeit der originelle Schalldeckel der Kanzel (1596). Taufkessel 1430 gegossen in Magdeburg von Ludolf v. Braunschweig u. s. Sohne Heinrich. Großer Wandelaltar mit je 3 Flügeln, in allen Teilen gemalt, 1529 von einem Cranachschüler. An der OWand des nördl. Ssch. Tafelbild, Christus die Wechsler vertreibend, bez. 1498, in der Sakristei gotischer Schrank mit reichem Beschlagwerk.