LEIDENHOFEN. RB Cassel Kr. Marburg.
Dorf-K. 1. H. 13. Jh. Flachgedecktes Sch. (etwa 12,5 : 9 m), schmucklose rundbg. Tür und vermauerte rundbg. Fenster, der Chor im Erdgeschoß des OTurms, kuppeliges Kreuzgwb. mit spitzen Bogenlinien.
LEIHA. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
Dorf-K. wesentlich in rom. Gestalt erhalten. Kleiner Saal mit eingezogenem Turmchor, rundbg. Portal an nördl. Langseite. Die bar. Ausstattung charaktervoll und gut.
LEIMBACH. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
Schloß. A. 17. Jh. mit dem Wappen der v. Butlar; gut erhalten.
LEIPZIG. K. Sachsen. Kr. Meiningen.
Nikolai-K. Älteste Pfarr-K. der Stadt; 1017 dem Bischof von Merseburg geschenkt; 1213 den Augustiner-Chorherren von St. Thomas untergeordnet. Etwa aus dieser Zeit der rom. WBau; Ziegelmauern mit Hausteingliederung; 4 breite Lisenen, an den Ecken mit Rundstäben und oben in Sägefries und Hohlkehle schließend; 2 vermauerte frgot. Fenster der alten Glockenstube, etwa M. 13. Jh., sonst alle Fenster aus späteren Umbauten; im 14. Jh. Auflösung des rck. Mauerkörpers in drei 8eckige Türme; 1555 durch Hieronymus Lotter der Mittelturm erhöht und mit einem Helm versehen, die Seitentürme mit Hauben gedeckt. Der 5/8 Chorschluß mit gestrecktem Vorchor vor 1400; aus gleicher Zeit die im NO anschließende Michaels-Kap.; die SOKap. 1467. Die Schiffe Umbau 1513 ff.; Halle von 3 Sch. und 5 Jochen. Die Ssch. durch Emporen erweitert, ähnlich wie in Schneeberg; 1555 Umbau des Turmes; nach dem 30j. Kriege umfassende Reparaturen; von der alten Ausstattung ist vieles beseitigt. [Die Gemälde im Museum, anderes in der Sammlung des Ver. f. Geschichte Leipzigs.] Kanzel spgot., sehr reich ornamentiert; jetzt in der Turmhalle. — 1784-97 eingreifende Umgestaltung des Innern durch Dauthe. Die spgot. Pfll. (8eckig mit konkaven Flächen) als antik kannelierte Sll. verkleidet; kein Kapitell, dafür über dem Astragal ein kühn geschwungener Kranz von Palmenwedeln — offenbar ein durch das got. Netzgwb. eingegebener Gedanke. — Altartisch, Leuchter und Taufstein aus Stuckmarmor zeigen den Zeitstil von seiner besten Seite. Die malerische Ausschmückung von Oeser. Schmerzensmann Stein ca. 1400.
Thomas-K. gegr. vor 1213 als K. des Augustiner-Chorherrenstiftes. Oft umgebaut. Der älteste Teil wohl die südl. Turmhalle, 14. Jh. Der gestreckte polyg. geschlossene Chor und die Sakristeien 15. Jh. Das Lhs. 1482-96 völlig neu aufgebaut von Claus Roder; 3 Sch. von gleicher Breite, 8 schmale Joche, schlanke 8eck. Pfll. Emporeneinbau 1570. — [Altar 1721 jetzt in der neuen Johannis-K.], bmkw. Taufstein 1614 von Georg Kriebel. [Der reiche und interessante hölzerne Deckel im Ver. f. Gesch. Leipzigs; ebenda der Fürstenstuhl von 1683, dessen Trophäenkrönung an die Befreiung Wiens aus der Türkengefahr erinnern soll.] Grabstein des Ritters Hermann v. Harras † 1451 (ausgeführt wohl einige Jahrzehnte später). Stein für Georg und Apollonia v. Wiedebach 1517, kniend von vorn, lebensvolle Figuren, vorzügliches [pg 237] spgot. Rankenwerk. — Großes Alabasterdenkmal der Familie Bachofen nach 1550 mit Weltgericht und Auferstehung. — Epitaph für Seb. Hillger † 1570, Messing mit Email. — Bronzeplatte für Nic. Selneccer † 1592, saubere Arbeit. — Denkmal des Joh. Jenitz 1593 in mehrfarbigem Marmor aus der Schule Nossenis. — Großes Hängeepitaph für Daniel Leicher † 1617; wohl von Georg Kriebel aus Magdeburg; die malerisch virtuos behandelten Alabasterreliefs in dreiteilig aufgebauter archit. Umrahmung; das Ornament in extravaganter Knorpelmanier. — Vortreffliche Sandsteinplatte für Georg Weinrich 1687. — Zahlreiche Superintendentenbilder, die 5 ältesten 1573-1617 von Johann de Perre.
Pauliner-K. (Universitäts-K.). Vom ältesten Bau (1221? 1231?) nichts erhalten außer ein paar Fundstücken. Die jetzige Gestalt durch drei Umbauten i. J. 1480 ff., 1519-21 und 1709-12. Als ursp. Kern erkennt man die normale Anlage einer Bettelordens-K.: Lhs. 3 Sch. und 7 Joche (45 m L.) und schmaler gestreckter Chor mit polyg. Schluß (29 m L.); im 16. Jh. hinzugefügt die Nebenchöre und im S des Lhs. ein zweites Nebenschiff. Von dem die ganze Breite der 3 Chöre einnehmenden Lettner nur geringe Reste erhalten. Das Lhs. Hallenkirche mit Netzgwbb. — Flügelaltar A. 16. Jh., die Teile zerstreut; im Mittelschrein die jetzt im Chor auf einer Konsole aufgestellte lebensgroße Figur des h. Paulus. — Von einem Nebenaltar stammen zwei wertvolle gemalte Tafeln des 14. Jh. — Holzstatue des h. Dominicus, sitzend, in Meditation (1,13 m hoch), eine künstlerisch hochbedeutende Arbeit um 1400, vielleicht von derselben Hand wie der Grabstein des Kanonikus Bruchterte im Dom zu Naumburg. — Holzstatue des Markgrafen Diezmann † 1307, im Stil Nachklang von Naumburg, weicher, manierierter, doch immer noch eine hochstehende Kunst. — Grabstein des Nickel Pflugk † 1482, hohes Relief in Sandstein. — Grabplatte der Herzogin Elisabeth von Sachsen † 1484, flaches Relief, interessant durch die Technik der getriebenen Bronze. — Schöner Grabstein mit der Reliefgestalt eines Unbekannten 1515. — Wandgrab des Lorenz v. Reutlingen 1528. — Desgl. des Caspar Börner 1547. — Drei Bronzeepitaphe von gleichartiger Behandlung: des Christopher v. Kruschwitz † vor 1549, keine Figg., nur Inschr., Wappen und knappes ornamentales Beiwerk in frühen, noblen Renss.Formen (Meister NT, Gießer J. Behem); des Adam Moller 1549; des Dr. Joachim v. Kneitlingen 1553; drei Grabplatten der Familie Maw 1616-20, Sandstein, [pg 238] ganze Figg. in hohem Relief mit wenig Ornament, ehrlich und gründlich, zumal im Stofflichen musterhaft. — Hängeepitaph des B. Golnitz † 1635, Holzarchitektur mit Übergewicht des Figürlichen, wilde Sp.Renss. — Charakteristische Beispiele aufwandreicher und schwulstiger Barockkunst die Steindenkmäler des J. J. Pantzer von 1673 und des G. T. Schwendendörffer von 1685. — Mehrere Gedenktafeln in der Form von Ölgemälden, darunter bmkw. das der Familie Lawe 1548 von einem Cranachschüler. — »Lasset die Kindlein zu mir kommen« von L. Cranach d. Ä. — Die sehr stattlichen spgot. Klst.-Gebäude 1830 und 1893 abgebrochen; erhalten ein Teil der umfangreichen Wandmalereien (abgehoben, jetzt in der Univers.-Bibliothek, in der auch andere bmkw. Kunstwerke).