Barfüßer-K. (Franziskaner). Von dem 1239 beg. Klosterbau nichts erhalten. Die jetzige K. ist Umbau 1494-1504. 2sch. Halle. Die trennenden 4 Pfll. vielleicht Reste der alten NMauer; im S Erweiterung durch eine über dem Kreuzgang angeordnete Empore (wie in der Pauliner-K.). Nochmaliger Umbau 1698. Liturgisch bmkw. die Verlegung der Kanzel auf die Mitte der SSeite; gegenüber tiefe Emporen. Die Rest. 1879 und 1894 gotisierend.
[Johannes-K., ursp. Kap. des Siechenhauses, 1582 in einfachen Formen erneuert, 1894 abgebr. mit Ausnahme des Turmes. Mobilien und Denkmäler erhalten. Bmkw. das Epitaph der Familien Meyer und Perger 1616, eine 3,8 m breite und bis zur Kirchendecke reichende Holzarchit. mit Knorpelornament, die Gemälde von Johann de Perre; Marmorepitaph des Andr. Winckler 1675, in der Mitte die lebensgroße Statue des Schmerzensmannes, hervorragende Barockarbeit. — Marmorepitaph des J. G. Sieber von 1680, Relief der Kreuzigung, wohl von Melchior Barthel. — Marmordenkmal für Ch. F. Gellert † 1769, einfacher Wandsarkophag mit den trauernden Genien der Tugend und Religion, das Reliefporträt des Dichters haltend. — Schöner Altar von 1721 (mit Christusstatue nach Thorwaldsen) aus der Thomas-K.]
Johanneskirchhof. Abteilung III 1680 eingerichtet. [Die schmiedeeisernen Gitter der Erbbegräbnisse z. T. im Kunstgewerbemuseum.] Charakteristische Grabmäler des 18. Jh.
K. zu Eutritzsch, stattl. 1sch. Dorf-K. mit polyg. Schluß und spgot. Netzgwb. — [Marienaltar, bäuerische Holzskulptur um 1400; wertvoller der Annenaltar und Erasmusaltar aus A. 16. Jh.; Museum des Altert.-Ver. in Dresden.]
Paulinum (Pauliner-, d. i. Dominikaner-Klst., später im Gebrauch der Universität). Nahm ursp. das ganze Dreieck [pg 239] zwischen Pauliner-K., der alten Stadtmauer und der heutigen Universitätsstraße ein. Die letzten Reste 1893 abgetragen. — Die Wandgemälde im Durchgang zur Paulinumsbibliothek (jetzt abgesägt) um 1511 ff. Von den Kollegiengebäuden der Universität hat sich nur erhalten: das Fürstenhaus, erb. 1558, wahrscheinlich von Paul Wiedemann, als Privathaus, seit 1648 der Universität gehörig. Die Fassade mit got. profilierten rck. Fenstern, Prunkstücke die runden zweistöckigen Erker.
Rathaus, 1556 ff. unter Leitung des Bürgermeisters Hieronymus Lotter von Sittich Pfretschner und Paul Wiedemann, 1907 vollständig, aber getreu im Sinne des alten Baues, umgebaut. In dem Neubau der Turm der im übrigen abgebrochenen Pleißenburg aufgenommen. — Der alte Bau gestreckt und niedrig, 92m lang, 19m tief. Nur 2 durch rck. Zwillingsfenster gegliederte Geschosse, hohes Dach mit je 7 dreigeschossigen, etwas reicher gegliederten Zwerchhäusern. Auf der Marktseite an Stelle des dritten Zwerchhauses ein 8eckiger Turm; in dessen Erdgeschoß ein Tor in feiner, wohlverstandener, jon. Ordnung (Paul Wiedemann). In verwandter Auffassung und von derselben Hand, doch in dor. Ordnung, die Tür im Hauptsaal; darüber Trompeterempore. Derberer Art der Erker am Salzgäßchen und das Tor am Naschmarkt. Drei Kamine in schwulstiger SpRenss. 1610. In der Ratsstube Bildnisse sächsischer Fürsten. [Die Bildnisse L. Cranachs an das Mus. der Bild. Künste, andere an die Stadtbibliothek, das Ratssilber an das Kunstgew.-Mus. abgegeben.]
Börse, 1678 von Christian Richter (?). Ein nicht großer, aber prächtiger Bau: Einziges Hauptgeschoß über niederem Unterbau. Die schmalen Mauerpfeiler zwischen den Fenstern mit jon. Pilastern besetzt, darauf holländisch-naturalistisches Laubwerk. Abschluß durch Balustrade. An der Schmalseite geräumige Freitreppe (im 19. Jh. erweitert). Das üppig schwere Stuckornament der Decke vom kurbrandenburgischen Hofmaurermeister Giov. Simonetti. Deckengemälde von Hans am Ende 1687.
Wage, 1555 und 1570.
Fleischbänke, um 1560, mit eigenartig dekoriertem Giebel.
Die Nikolaischule, 1568, umgebaut 1746, jetzt Hauptwache.