Schloß, erbaut für den Minister Gf. v. Brühl von J. C. Knöffel, im 7jährigen Kriege zerstört, seit 1778 wiederhergestellt. Deckenmalerei von A. F. Oeser. Vor dem Mittelbau 2 hübsche Sandsteinfiguren, Schäfer und Schäferin, von Gottfr. Knöffler.

NÖDA. Sachsen-Weimar VB Weimar.

Dorf-K., spgot. um 1500. — Grabstein einer Frau von Milwitz 1597; ausführliche, saubere Darstellung des Kostüms.

NOHRA. RB Erfurt Kr. Hohenstein.

Dorf-K. wie Wolkramshausen. Glocke 1. H. 13. Jh. (?) mit drei figürl. Reliefs.

NORDECK. RB Cassel Kr. Marburg.

Burgruine. Die älteren Teile rom.

NORDHAUSEN. Pr. Sachsen Kreisstadt.

Dom (Kreuzstifts-K.). Gegr. 961 von der Königin Mathilde als Nonnen-Klst., 1219 in Kanonikerstift umgewandelt. Der jetzige Bau: Ostpartie rom. und frgot., Lhs. spgot. — Chor gestreckt rck. mit plattem Schluß (17,5 : 7,8 m). Der Raum wird durch einen breiten, auf schlichten Konsolen ruhenden Gurtbogen halbiert; über der östl. Hälfte ein rippenloses Kreuzgwb. auf unterspitzen Schildbgg.; in der westl. Hälfte 2 rck. Kreuzgwbb. mit frühestgot. profilierten Rippen; der Triumphbogen unterspitz mit gerader Leibung. Schmale spitzbg. Fenster mit romanisierendem Gewände; an der OWand zu Dreien pyramidal geordnet (sog. Dreifaltigkeitsfenster), am Gewände Rücksprung mit Säulchen (Schaftringe, Knospenkaptt.). Unter dem Quergurt des Chors Kragstein mit Mondsicheln, wie in Maulbronn und Walkenried. Außen an den [pg 306] Ecken Lisenen, die auf zirka 4 m Höhe abbrechen; unter dem Dach Bogenfries mit Diamantschnitt. Zu Seiten des Choreingangs erheben sich 2 schlanke quadr. Türme. Sie sind in drei, auch im Werkstoff unterschiedenen Abschnitten erbaut; die unteren haben im O kleine Kapp. Die geschilderten Bauteile vermutlich nach Brand 1234, zuerst von einem noch in rein rom. Formanschauung lebenden Meister, dann von einem gotisierenden, der aus Walkenried kam (neben mehreren anderen Anklängen die Halbmondkonsolen der Quergurte). — Unter dem Chor rom. Krypta aus M. oder 2. H. 12. Jh. Sie erstreckt sich nur über die westl. Hälfte des jetzigen Oberbaues. Die Gwbb. grätig zwischen breiten Gurten, stämmige Würfelknaufsäulen; Treppen führen in den Unterbau der Türme. — Das gegen M. 14. Jh. völlig erneuerte, im 15. vollendete (oder überarbeitete?) Langhaus geht zu größerem Maßstab über. Im Gr. 26,5:32 m. Hallensystem mit etwas breiterem Msch.; 5 Joche; Pfll. 8eckig mit Bündeldiensten, an den Kapitellen krauses Laubwerk; Netzgwbb. etwa A. 16. Jh.; an den Fenstern reiches Fischblasenmaßwerk; das Hauptportal am östl. Ende des südl. SSch.; die WFront, der Türen entbehrend, war nicht Schauseite. Der hohe OGiebel verdeckt die rom. Türme. — Hochaltar mit Statuen aus Holz, 1726. — Sakramentshäuschen 1455. — Chorgestühl E. 14. A. 15. Jh., überladen mit ornamentalen und figürlichen Schnitzereien wenig gewählten Geschmackes. An den Wänden des Chors 6 Steinstatuen, 3 männliche und 3 weibliche, in fürstlicher Tracht, ihrer Bestimmung nach den Stifterbildern des Naumburger Doms zu vergleichen, jedoch die Personen nicht gesichert; Entstehungszeit E. 13. bis A. 14. Jh.; von einem (lokalen?) Meister, der an Herstellung von Grabfiguren gewöhnt gewesen sein mag; die Körperformen ganz ungenügend, die Gewandmotive gekünstelt; belustigend die Humoresken an den Kragsteinen (in den Gegenständen zum Teil mit dem sog. Physiologusfries des Straßburger Münsters übereinstimmend). — An der O— und WWand des Lhs. Statuen des 17. Jh. ohne Wert. — Ikon. Grabsteine: 2 aus 14. Jh., 5 aus 16. Jh. — Kreuzgang, nur geringe Reste, rom. 12. Jh. mit spgot. Umbau.

Frauenbergs-K. (Klst. S. Mariä novi operis). Einheitlicher, aber im Detail zurückgebliebener Bau des fr. 13. Jh. (rest. von Zeller 1912). Rom. Pfeilerbasilika von einfacher Formenbehandlung. Gr. normal kreuzförmig 38 m lang, 6 Arkaden auf einfachen quadr. Pfll., die Kämpfer aus Platte und Schmiege. Die Nebenapsiden am Qsch. abgebrochen. Keine Krypta. [pg 307] — Hochaltar; Schnitzwerk von 1459 (die überlieferte Inschrift nicht mehr vorhanden); im Mittelschrein Kreuzigung, an den Seiten je 4 Gruppen aus der Passion in frei herausgearbeiteten Gruppen; das ornamentale Beiwerk zerstört. — Kanzel und Taufgestell 1768. — An der südl. Außenwand Grabstein, 1370 mit eingeritzter Figur Klostergebäude verbaut, Kreuzgang abgebrochen.