Nikolai-K. Spätgot. Hallenkirche ohne Bedeutung. Der Unterbau der turmlosen WFassade einfachst rom. — Hochaltar um 1600, wahrscheinlich ein Hauptwerk des Nordhäuser (später vornehmlich in Magdeburg tätigen) Bildhauers Christoph Kapup, erst 1646 zusammengesetzt von Joh. Duck. Alabasterbau reich mit Reliefs und Statuetten besetzt. — Kanzel und Taufgestell 1588. — Umfangreiches Marmorepitaph des Dr. Conrad Frommann † 1683 mit Relief der Grablegung. — Epitaph der Elisabeth Stromer † 1596 in Form eines gemalten Flügelaltars; die Gemälde ohne Bedeutung. — Weitere Grabdenkmäler 1664, 1676, 1774. — Bronzene Epitaphplatte von 1577. — Im südl. Ssch. Maria auf der Mondsichel, spgot. Schnitzwerk. — 9 Kelche, der älteste 1351, die anderen 15. bis 17. Jh.
Blasien-K. Unregelmäßiger Gemengbau. Das stattliche got. Sch. mit gestrecktem, aus Achteck geschlossenem Chor deutet auf bedeutendere Bauabsichten (Maßwerk teils geometrisch, teils Fischblasen); indessen kamen vom Lhs. nur 3 Joche zur Ausführung (Hallensystem), so daß der sprom., von 2 wohlgegliederten Achtecktürmen überstiegene WBau geschont blieb. Hochaltar und Gestühl 1735. — Kanzel 1592. An den 6 Brüstungsfeldern Reliefs. — Reich geschnitztes hölzernes Epitaph des Cyriacus Ernst 1585. — Alabastergrabmal W. v. Eberstein 1700. — Grabgemälde 1592. — Epitaphgemälde für Ursula Meienburg von L. Cranach d. Ä. 1529. — Desgl. für Michael Meienburg † 1555, große bedeutende Arbeit von L. Cranach d. J. bez. 1558, Auferweckung des Lazarus unter Assistenz der Reformatoren und der Familie M.
Petri-K. Der gerade geschlossene Chor in romanisierender fr. Gotik. Das Lhs. im Hallensystem, 14. Jh., öfters umgebaut und geflickt. — Kanzel reiche Renss. E. 16. Jh. — Bronzener Taufkessel 1429; an der Wandung 16 Heiligenreliefs, als Träger 4 Männer in der Zeittracht; rohe Handwerksarbeit bez. Mester Tile. — Alabasterepitaph mit lebensgroßer Figur des Stadtschreibers Joh. Pfeiffer † 1552.
Altendorfer K. Ehem. Cisterc.-Nonnen-Klst., um 1350. Ungewöhnlicher Weise 3sch. Hauptschiff polyg., Nebenschiffe platt geschlossen. Nonnenempore Südschiff. Das Ganze sehr entstellt.
S. Jakobi-K. 1744 an Stelle eines rom. Baues.
Kirchhof S. Cyriaci. Im 18. und 19. Jh. gründlich umgebaut. In der Kapelle bmkw. gravierte Grabplatten, darunter die bedeutendste für die Brüder Segemund 1412; die anderen Platten beziehen sich auf Personen, die zwischen 1394 und 1397 starben; sie scheinen alle aus derselben (niederdeutschen? niederländischen?) Werkstatt zu stammen. — [3 andere Hospize mit Kapellen, S. Martin, S. Georg, S. Elisabeth, sind untergegangen, ebenso die 3 Bettelordenskirchen der Stadt. Dem Martinsstift gehörte eine kunstgeschichtlich wichtige Reihe gravierter Messingplatten (Gedenktafeln der Familien v. Urbach und v. Werther) aus E. 14. Jh., nicht flandrisch, sondern aus einer thüringischen Werkstatt; jetzt im Museum, wo auch andere Kunstwerke aus den Kirchen der Stadt.]
Rathaus. 1608-10 auf älterem Gr. Im Erdgeschoß eine Laube von 6 Bogenöffnungen und polyg. Treppenturm. In den zwei Obergeschossen rck. gestürzte Kuppelfenster. Umgebaut 1733 und 1883. Einige Gemächer des 17. Jh. erhalten. — Ratskeller 1710.
NORDHEIM. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
Kirche 1710-11, 1sch. mit rck. Chor, bmkw. durch die reiche innere Ausstattung. Großer Altarbau bez. 1718. Zahlreiche ikon. Grabsteine aus 2. H. 16. Jh., die meisten von der Hand des Meisters I H (vgl. Meiningen, Bibra, Ellingshausen). Bronzeplatte für Caspar v. Stein, gegossen 1633 von Georg Werter aus Coburg. Größere Epitaphe der Familie v. Stein 1706, 1745. — Befestigter Friedhof mit 4 Gaden, bez. 1583.
Schloß. Alte Wasserburg des 16. Jh. Fassade 1707. — Häuser in geschnitztem Fachwerk 1613, 1710, 1754.