Schloß. Nicht groß, aber als Architekturbild imponierend, wesentlich Umbau aus der Zeit des Bischofs Julius, der Rimpar zu seinem Sommersitz machte, 1613 ff. 2 Wohnflügel im Winkelhaken, an der Außenecke mächtiger Rundturm. Das Äußere hat wenig Schmuckformen. Im Innern bmkw. 3 Repräsentationsräume; im Hauptsaal ruht die kassettenartig behandelte Gipsdecke auf 6 toskan. Sll., an den Wänden breiter Figurenfries in Stuck mit Szenen aus der römischen Geschichte. Stilrichtung italistisch, im Ornament Floriselemente. — Lusthaus des Schloßgartens, seiner Dekoration beraubt (Mädchenschule).
Rathaus 1614. — Menge von häuslichen Heiligenbildern und Bildstöcken.
RITTERSHEIM. UFranken BA Ochsenfurt.
Pfarr-K. 1783. Reiche klassizist. Stuckdekoration. Altarbau von Winterstein, mit den Seitenaltären zu einer wirkungsvollen Gruppe zusammengeschlossen. — Hinter dem Chor Turm aus M. 13. Jh.
ROCHLITZ. K. Sachsen AH Rochlitz.
Petri-K. Erster Bau 12. Jh. Zweiter (jetziger) Bau M. 15. Jh., voll. 1499. Gemeindehaus, Halle, gleich breit wie lang, 3 Schiffe und 3 Joche, das Msch. bedeutend breiter als die Ssch., kein Turm. Taufstein 1548 noch mit got. Ornament.
Kunigunden-K. von Arnold v. Westfalen (dem Meister des Meißener Schlosses) voll. 1476. Anlage ganz ähnlich der Petri-K., nur der Schluß aus 5 Seiten des 1OEcks. Die westl. Turmhalle rom. Sie wurde vom Dach der später angelegten Langhaushalle weit überragt und deshalb abgewalmt. Um diese unschöne Lösung zu verdecken, errichtete man nach Brand 1688 den hohen 8eck. Mittelturm, während die Seitentürme niedrige Hauben erhielten (vgl. Nikolai-K. in Leipzig). Die Hauptwirkung des Lhs. ist auf die Südseite verlegt. Tür und Fenster mit Kielbogenumrahmung auf Konsolen, dazu Kant- und Kreuzblumen. Dasselbe Motiv dreimal übereinander an den Strebepfll. Mehrfach wachsen an Gliedern und Flächen kleine Figürchen hervor, oder bloß Köpfe oder Hände. Nach alter Zeichnung war auch eine Folge von seitlichen Giebeln mit quergestellten Firsten vorhanden. Der ganze [pg 349] Reichtum der Erscheinung hat doch etwas Unorganisches und Starres. — Großes Altarwerk um 1500, 4 bewegliche und 2 feste Flügel, mit der Bekrönung 8,57 m hoch. [Ein anderer Flügelaltar von 1521 jetzt in der Hospital-K.] — Im Chor Reste von Glasmalerei um 1500.
Schloß sehr reduziert; einzelne Teile Werk Arnolds v. Westfalen, Museum mit örtlichen Kunstaltertümern.
ROCHSBURG. K. Sachsen AH Rochlitz.
Dorf-K. Einfache normal rom. Anlage. Portal in Art der Wechselburger Vorhalle, also ca. 1220-30. — Großes Freigrab des Wolf v. Schönburg † 1581 und seiner Gemahlin † 1567; am Unterbau zwischen korinth. Sll. die zwölf Apostel, oben die lebensgroßen knienden Gestalten der Verstorbenen.