Wohnbauten. Aus Ma. wohl manche Mauerreste, aber keine sich augenfällig machende Formen; gut, wenn auch nicht zahlreich vertreten die Renss. des 16. und 17. Jh., ganz hervorragend das 18. Jh.
Adelshöfe der Renss.: Curia Tannenberg am Paradeplatz 1575. Das jetzige bischöfl. Palais, früher Echterscher Hof, A. 17. Jh., gegen Herrengasse 8 reicher Erker, in der Hauskapelle Alabasteraltar von Mich. Kern. Von demselben Meister der Kressenhof, jetzt Wittelsbacher Hof, Marktplatz 1. Der Sandhof, nach 1595 (jetzt stark verändert), reizvoll, namentlich die Hofarchitektur; die Stuckdecke mit St. Georg nur Teil einer einst umfassenden Dekoration [Stücke im Nat.-Mus. München]. Ehrmannsches Haus Augustinerstr. 1, im Hof Fachwerk mit ausgezeichnet schönen Schnitzereien 1547. Ein anderes reiches Fachwerkhaus, in den Schnitzereien stark unter Einfluß von Steinformen, das Bachmannsche Haus von 1634, Neubaustr. 2. Seebachhof Domerschulgasse 3 mit [pg 452] got. Kapelle. Heidecker Hof ebenda 1 von 1626. Hof zum Kalb, Ebrachergasse 2. Hotel zum Schwan; Hof zum wilden Schweinskopf, Paradeplatz 2; Martinsgasse 1 mit schönem Eckerker aus dem 17. Jh.
Barock. Seit E. 17. Jh. Von Petrini oder unter seinem Einfluß: Marktplatz 2, ao. 1685, Musikschule 1680-90, Pleicherschulhaus 1695. Von Greising mehrere Häuser der Neubaustraße, no 6, 8, 10, 12 von 1716, no 14 verändert 1736, im Innern stattliche Treppen mit geschütztem Geländer und Stuckdecken. Curia Großburkstadt 1716 in der Heinestr. 5, daneben 7 und 9 ao. 1721. Glockengasse 5 ao. 1718.
Rokoko. Von Neumann oder unter seinem Einfluß: sein eigenes Haus (Hof Oberfrankfurt) in der Franziskanergasse; Haus des Hofkanzlers v. Fühler, Bronnbachergasse 8, anno 1724. Huttenschlößchen 1725, in der Sanderglacisstr. wiederaufgerichtet. Hof Marmelstein Domerschulstr. 2 ao. 1747. Damenstiftshaus (jetzt Stadttheater) 1750. Hotel de Russie. Jagdzeughaus Zellerstr. 40. Eine ganze Reihe von Häusern in der Theaterstr. (2, 3, 4, 6, 8, 10) 1738-50. Dagegen hat das Haus zum Falken (Marktplatz 9) mit Neumann nichts zu tun; stuckierte Fassadendekoration von glänzender Munterkeit, echt deutsche Fassung des Rokoko.
Im Übergang zum Klassizismus: Domstr. 19. Bahnhofstr. 11.
Votivstatuen und Reliefs an Privathäusern noch in großer Menge erhalten; keine andere Stadt Deutschlands (außer Mainz) kann sich darin mit Würzburg messen; gute got. Exemplare Augustinergasse 13, ca. 1390, Eichhornstr. und Johanniterstr. ca. 1410; die große Masse bar. und rok., die besten von jüngeren Mitgliedern der Familie v. d. Auwera.
Brunnen auffallenderweise erst aus 18. Jh. Der größte der Vierröhren-Br. 1766 von Lucas v. d. Auwera, recht »zopfig«. In anmutiger Maskereinatürlichkeit der Fischer-Brunnen am Fischmarkt und der Bäcker-Br. in der Semmelgasse, beide von Michael Daniel Köhler † 1778. Dreikronen-Br. 1779. Ceres-Br. um 1790, von Nickel.
Luitpold-Museum mit wichtigen Resten Würzburger Plastik.
Universitäts-Bibliothek. Frühromanische Elfenbeinreliefs, Bilderhandschriften, Skizzenbuch Balthasar Neumanns.
Universitäts-Sammlungen, wichtig für fränkische Plastik und Malerei.