c) Hoch- und Spätrenaissance 1550-1650. In sonst umgebauten Häusern Fenster aus dieser Epoche: Webergasse 3, 5, 9, 13; Scheffelstr. 4, 7, 13; Wilsdruffer Str. 3, 6, 10, 13, 20, 31, 36, 40; Schloßstr. 6, 12, 15, 18, 23; Schössergasse 5, [pg 89] 11, 17, 27. — Da in dieser Epoche die Firste regelmäßig parallel zur Straße angelegt werden, kommen größere Giebel nur an Eckhäusern vor; sonst nur Zwerchgiebel; besonders bmkw. Exemplare haben sich nicht erhalten. — Ganze Fassaden: Schreibergasse 12 mit 3geschossigem rck. Erker an der Ecke. — Seestr. 1, Erker ähnlich dem vorigen. — Wilsdruffer Str. 15 Hotel de France, 4geschossig zu 6 Fenstern in dichter Stellung, Details nach Serlios Musterbuch. — Schloßstr. 11 Hotel Stadt Gotha, kräftig ausgebildeter Erker auf gequadertem Tragstein, vor A. 1591. — Schloßstr. 6, 2geschossiger Erker mit gequaderten Ecklisenen. — Schloßstr. 30, Erker mit den Halbfiguren des Kurf. Christian II. und seiner Gemahlin, 1612 von Hans Steyer. — Schloßstr. 11 und 34, wo auch ein größerer Giebel. — Hübsche, doch nicht hervorragend reiche Portale: Zahngasse 13, Pfarrgasse 7, Kleine Kirchgasse 5, Weißegasse 2. — Reste alten Holzbaus selten.

d) Barockbauten 1650-1690. Ecke Wilsdruffer Str. 14 und Große Brüdergasse 1 um 1650-60, Schloßstr. 14 um 1660 — mit Kartuschenumrahmung der Fenster —, Wilsdruffer Str. 15 vorzüglich erhaltener reicher Erker um 1680. — Ebenda 42 um 1690. — Rampische Str. 9 große Fassade in niederländischer Art um 1690.

e) Barockbauten 1690-1715. Sporergasse 2, großes Haus, mit einfachen Mitteln kraftvoll gegliedert, der Art Klengels nahestehend, um 1695. — Portal Neumarkt 12, jetzt als Fenster umgebildet. — Scheffelstr. 5, dor., jon. und korinth. Pilasterordnungen, an den Fensterbrüstungen aufgehängte Tücher, um 1700. — Landhausstr. 13 um 1710. — Große Brüdergasse 39 unter Pöppelmanns Einfluß um 1710, polyg. Erker. — Häuser derselben Richtung von zunehmender Stattlichkeit sind: das Eckhaus Wilsdruffer Str. 1 von J. G. Fehre, einerseits 8, andererseits 9 Achsen, an der Ecke durchgehende Erker, im Aufbau die schwierige Vierzahl der Geschoßteilung geschickt gelöst; Galeriestr. 14 von G. Hase; Große Brüdergasse 31; An der Mauer 2 von George Bähr, für sich selbst, 3achsig, originelle Stockwerkteilung; Rampische Str. 7 von Georg Hase, 5achsig, flacher Mittelerker, eigenartig krause Verdachungen. — Frauenstr. 9, tiefes Grundstück, Fassade 3achsig, Hof mit gewölbten Bogengängen durch 5 Stockwerke. — Schloßstr. 5 um 1710. — Jüdenhof 5 (für den berühmten Goldschmied Chr. Georg Dinglinger), die Fassade voll rhythmischen Lebens, eine der feinsten unter den Pöppelmann nahestehenden, mit Ausnahme des Erdgeschosses ganz unverändert. — Große Klostergasse 2, wohl von Pöppelmann selbst bez. 1715. — Ebenso Hauptstr. 17 und Rampische Str. 5. [pg 90] f) Barockhäuser 1715-40. Wilsdruffer Str. 7, Goldener Engel, die 4 mittleren der 6 Achsen durch reiche Fensterverdachung ausgezeichnet und über dem Dachgesims mit einem Stichbogengiebel gekrönt. — Ähnlicher Kompositionsgedanken auf ein Dreifensterhaus angewendet Rampische Str. 33. — Zahnsgasse 10, beg. 1722, 8 Fenster Front, durch Wechsel der Verdachungen rhythmisiert. — Heinrichsstr. 2 von Fehre 1720. — Hauptstr. 26 um 1730. — Jüdenhof 2 bez. 1736. — Königstr. 1 bez. 1734; ähnlich 5.

g) Rokokohäuser vor 1760. Frauenstr. 14 um 1750 mit reizendem plastischem Schmuck von Knöffler. — Sophienstr. 1, Gliederung durch Lisenen, zwischen den Fenstern trefflich gezeichnete Kartuschen. — Altmarkt 1 von Knöffel 1741.

h) Rokokohäuser nach 1760. An der Frauenkirche 20 von 1764. — Breitestr. 12. — Moritzstr. 6 ganz ohne architektonische Glieder, nur mit frei über die Fläche verteiltem Stuckornament. — Ähnlich Landhausstr. 4. — Im ganzen jedoch herrscht in dieser Zeit einfache Lisenengliederung der Flächen, z.B. Neumarkt 10 Stadt Rom; An der Frauenkirche 5; Augustusstr. 2.

i) Der Klassizismus: Landhausstr. 18 und 27. — Pillnitzer Str. 26. — Johannesstr. 23. — Pirnaische Str. 50. — Polierstr. 19. — Gewandhausstr. 7 dorisch.

Museen: Altertums-M.; M. des K.S. Altertumsvereins; Sammlung für Baukunst d. Techn. Hochschule; Stadtmuseum im neuen Rathaus; M. d. Ver. f. sächs. Volkskunde.

Denkmäler. Reiterstandbild Augusts des Starken auf dem Markt der von ihm geschaffenen Neustadt, 1732 von Ludwig Wiedemann. Denkmal für den Kurfürsten Moritz nach 1553 (jetzt an der Brühlschen Terrasse); in einer Ädikula dorischer Ordnung reliefartig wirkende Rundfigg. vor festem Hintergrund: Moritz, vom Knochenmann gedrängt, übergibt seinem Bruder August das Kurschwert. Meister unbekannt [Hans Walther?].

DROYSSIG. Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.

Dorf-K. Der östl. platt geschlossene Teil mit schmalen spitzbg. Fenstern deutet auf 13. Jh. — Guter spgot. Schnitzaltar. Zahlreiche Grabdenkmäler 14. bis 18. Jh., z.T. vortrefflich.