Döring, Georg, Sonnenberg. Eine Novelle in drei Theilen. 12. Geheftet Rthlr. 4. 20 ggr. oder fl. 8. 24 kr.

Wir dürfen dieses neue Produkt des beliebten Verfassers, mit um so größerem Rechte der Theilnahme des Publikums empfehlen, da hier das Interesse der Dichtung selbst und zugleich die Wahl des historischen Hintergrundes, auf welchem jene erscheint, von hoher Bedeutung für den deutschen Leser sind. Wenn Walter Scott mit vorziehender Liebe die frühere Geschichte seiner Heimath benutzte, um sie mit seinen Dichtungen zu verschmelzen und in diesen zu verlebendigen, so ist dasselbe in Hinsicht auf die Geschichte unseres Vaterlandes gewiß mit nicht weniger Liebe von unserm Verfasser in der gegenwärtigen Novelle geschehen. Uns scheint das Zeitalter, der Kampf und Untergang Adolphs von Nassau mit lebendiger Erkenntniß aufgefaßt und dargestellt, die handelnden Personen scharf und anziehend gezeichnet, die Hauptgeschichte — der rein romantische Theil des Werkes — von außerordentlichem, fortwährend spannendem Interesse, und die Darstellung des Ganzen so blühend und ansprechend, wie sie die Lesewelt von dem Verfasser zu erwarten berechtigt ist. Wir erwähnen nur noch, daß dieses — nach den seit Walter Scott angenommenen Bestimmungen — die erste historische Novelle seyn dürfte, die, indem die reizendsten Gegenden unseres Vaterlandes ihr zur Scene dienen, einen allgemein wichtigen Zeitabschnitt umfaßt, da Hauffs Lichtenstein sein Interesse nur aus der würtembergischen Geschichte schöpft und Spindlers Jude überhaupt mehr in den Sittenzustand, als in die Geschichte Deutschlands selbst eingreift.

Döring, Georg, Phantasiegemälde für 1829. 8. Gebunden, mit einem Kupfer von Fleischmann. Rthlr. 1. 12 ggr. oder fl. 2. 45 kr.

Dieses Werk erfreut sich schon seit einer Reihe von Jahren einer so ausgezeichneten Gunst des Publikums, daß es überflüssig scheinen dürfte, diesen neuesten Jahrgang noch besonders zu empfehlen. Dennoch halten wir es für unsere Pflicht, darauf aufmerksam zu machen, daß die reiche Phantasie des Verfassers sich hier in einer Fülle entfaltet, wie noch in keinem der früheren Jahrgänge, indem sie, bald das Meer, bald England und Frankreich, bald selbst das üppig herrliche Ostindien zum Schauplatze ihrer höchstanziehenden Darstellungen macht.

König, H., die Wallfahrt. Eine Novelle. 12. Geh. Rthlr. 1. 8 ggr. oder fl. 2. 24 kr.

Aus der Niederung eines geheimen Vergehens führt uns die anmuthige Erzählung zur Höhe eines Hülfsberges und zum Ueberblick alles Wallfahrenden auf Erden. — Einheit der Idee in ihrer verschiedenen Lichtbrechung, heitre Darstellung bei tiefer Bedeutsamkeit und die dem Verf. eigne Ironie zeichnen dieses Büchlein aus, das der Leser nicht ohne Erquickung durch guten Humor und erfreuliche Ansichten des Lebens weglegen wird. Der verkappte Jesuit knüpft die Fabel an die jüngste Zeit an.


Liste der vorgenommenen Korrekturen

[Seite 15], »pflegmatischer« durch »phlegmatischer« ersetzt (... so konnte wohl sein von Natur phlegmatischer holländischer Freund in Feuer gerathen ...)