Jonas sah ihn erstaunt an, aber auf seinen Wink ward sogleich ein Boot in’s Wasser gelassen. »Und wohin führt Euch Euer Weg weiter von Antwerpen?« rief er dem Forteilenden nach.

»Nach Mastricht, Capitän!« erwiederte Cornelius hinabspringend. Die vier Matrosen von der Syrene und einige Leute des Kutters folgten ihm.

»Jetzt ist es Zeit!« sagte La Paix zu seinem Freunde und Beide drängten sich vor, um auch das nach der Barke abgehende Boot zu besteigen.

»Halt da!« donnerte die Stimme des Kutter-Capitäns sie an, indem er ihnen in den Weg trat. »Ihr bleibt zurück! Ihr seyd Franzosen, ihr seyd meine Gefangene!«

Wüthend griffen die zwei Studenten nach den Degen, um sich mit Gewalt freie Bahn zu machen; aber im nämlichen Augenblicke schon sahen sie sich ihrer Waffen beraubt. Einige Matrosen hatten sie von hinten ergriffen, kein Widerstand war möglich.

Das Boot stieß ab. Mit einem schallenden Gelächter ließ Jonas die entwaffneten Jünglinge stehen. Der laute Spott der Matrosen verwundete sie bis in das tief Innerste.

»Das ist Julianens Werk!« knirschte Le Vaillant im verbissenen Ingrimm. »Corbleu! Ich werde mich an ihr rächen.«

»Nur ruhig!« ermahnte La Paix. »Mit Gewalt ist hier nichts zu thun.«

Der Kutter zog stolz an der Barke vorüber. Die Capitäne begrüßten sich. Auf der Bank am Steuerborde lag bleich und, wie es schien, in tiefer Ohnmacht eine weiß gekleidete Frauengestalt. Man war so nahe, daß man ihre schönen, regelmäßigen Züge erkennen konnte. Le Vaillant und La Paix mußten sehen, wie Cornelius hastig an Bord der Syrene stieg, wie er sich in unruhiger Bewegung der Ohnmächtigen näherte und sie mit dem Feuer, mit der Besorgniß eines Liebenden an seine Brust schloß.

»Das ist Clelia van Vlieten!« sprach mit einiger Erbitterung La Paix. »Sie sind glücklich vereint und wir —«