»Es sind durchaus keine Schandtaten, Durchlaucht,« begann sie gefaßt, »sondern wohl mehr Versäumnisse. Aber da es sich um eine Geldangelegenheit handelt, – –«

»Eine Geldangelegenheit?« rief der Fürst, sie anstarrend, dazwischen. »Und die wollen Sie mit mir besprechen? Fi donc!«

Aber Johanna ließ sich nicht aus ihrer Ruhe schrecken.

»Ich habe erwartet,« fuhr sie einfach fort, »daß Sie mein Begehren wahrscheinlich sehr absonderlich finden würden. Ich bin auch vollkommen auf eine Abweisung vorbereitet.« –

»Oh bitte!«

»Aber ich bin es der Verwaltung, die ich hier führe, und meinen Schwestern schuldig, wenn ich mich bis zum Äußersten einer Benachteiligung widersetze.« Hier hob das blonde Mädchen den Zettel ein wenig und schien ein paar Zahlenreihen zu durchfliegen. »Durchlaucht werden sich erinnern,« sprach sie rasch weiter, »daß mir hier gleich zu Anfang zugesichert wurde, es würde jede Entnahme bar bezahlt werden.«

Fürst Fergussow ließ sich langsam in seinen Sessel gleiten. Es war nicht zu leugnen, er fand alles, was die Nemza jetzt vorbrachte, ja ihre ganze Art, abscheulich. Wie taktlos sich die deutschen Frauen gebärden konnten. Eine solche Schacherei hätte eine vornehme Russin sich niemals zugemutet. Und die hölzerne Walküre schien ihr Beginnen zu alledem noch für ein lobenswertes Werk zu halten. Fi donc – fi donc!

»Soweit mir erinnerlich,« sammelte er sich endlich, wobei er sein Mißfallen mühsam zu verbergen suchte, »soweit mir erinnerlich, hat mein Regimentszahlmeister hier wöchentlich eine Abrechnung gehalten. Sollte dabei vielleicht etwas übersehen worden sein?«

»Allerdings, Durchlaucht.« Johanna schritt dicht bis an das Fenster und legte ihren Zettel gerade auf das Buch. »Es betrifft nicht, wie Sie vielleicht zu meinen scheinen, Speise und Trank, sondern etwas, was in einer Landwirtschaft das Wichtigste bedeutet.«

»Und was ist das?«