Da schrie Johanna auf. Halb vor Zorn und halb weil sie fühlte, wie sie dem reuigen Schmerz dieses zerbrochenen Lebens unterlag.
»Warum gehen Sie dann nicht?« stieß sie noch einmal rauh hervor, und ihre Hand zeigte auf die Tür, »warum bringen Sie sich nicht in Sicherheit, wie ich Ihnen vorschlug?«
Jetzt regte sich der Fürst, zögerte einen Moment, und seine sprechenden Augen suchten den Boden, als er tastend und verlegen hervorbrachte:
»Ich glaubte Ihre Meinung vorhin so deuten zu dürfen, daß Sie mir noch eine Nacht eine sichere Zufluchtsstätte anboten.«
Die wenigen Worte waren mit größter Mühe zusammengesucht und verrieten die deutliche Absicht, weder anzustoßen noch zu verletzen. Johannas Antlitz jedoch flammte auf.
»Ich verlange aber jetzt von Ihnen, daß Sie gehen,« rief sie erbittert und konnte es doch nicht hindern, daß sich ihre Hände flehend zusammenpreßten. »Ich will nicht – –«
»Was wollen Sie nicht?«
»Ich will nicht,« stammelte das Mädchen wild, »daß Ihnen gerade in meinem Hause ein Unheil widerfährt. Mir graut davor.«
Der Oberst trat ihr noch etwas näher. Dabei vollführte er eine Bewegung, als wolle er ihre Hand ergreifen.
»Das fürchte ich keineswegs,« gab er nachdenklich zurück, »soweit werden sich unsere Verfolger schwerlich vorwagen. Und dann, mein Fräulein, woher wissen Sie, daß das Dasein für mich noch einen besonderen Reiz enthält?«