Damit legte er die Linke aufs Herz und hob das Weinglas grüßend zu dem Hausherrn hinüber. Der Konsul aber, der die Gewohnheiten des Nachbarvolkes kannte, nickte gleichfalls mit dem Haupt, ohne jedoch seinen Zweck aus dem Auge zu verlieren.

»Leo Konstantinowitsch, kann ich Ihnen mit irgend etwas anderem dienen?«

Der Russe schluckte noch an seinem Wein und setzte das Glas ziemlich unbekümmert auf die Schreibtischplatte nieder. Dann erhob er lebhaft beide Hände.

»Pas du tout, mein bester Freund, nix dergleichen. Ja, ist wahr, gab traurige Zeiten für Offiziere von Gossudar, namentlich wenn so weit fort von heilige Petersburg. Serr zu kämpfen gegen Einsamkeit, Langweile und Armut. Da ist Rudolf Bark immer hilfreicher Freund gewesen, serr hilfreich, Kavalier –«

»Sehr schön, aber – –«

»Kommt, kommt alles. Armut vorbei, durch Gnade von Väterchen bedeutend besser gestellt. Einnahmen hier, Einnahmen dort, man kann nicht klagen. Und seit Gouverneur von Wilna Grenzstationen kontrolliert, auch eigene maison – Häuschen.«

Bei der Erwähnung dieser kleinen ›maison‹ flog ein verschmitzter Schein über die eben noch so ernsten Züge des Kaufmanns.

»Ja, ich habe gehört, Leo Konstantinowitsch. Man erzählt, daß Ihnen eine reizende Villa gebaut sei.«

»Eben fertig,« warf der Russe sehr befriedigt ein.

»Nun gut, nehmen Sie meinen Glückwunsch. Es fehlt nichts hinein als eine junge Frau.«