»Endlich Ihre Verzeihung erlangen,« erwiderte der Graf treuherzig. – »Ich schäme mich aufrichtig, daß ich so häßlich gegen Sie gehandelt habe; Fräulein Hedwig – gnädiges Fräulein, wollen Sie mir nicht die Versicherung geben, daß Sie mir nicht mehr zürnen?«

»Ja, das will ich. Aber unter der Bedingung, daß damit unsere Unterredung zu Ende ist, und sich unsere Wege nie mehr kreuzen.«

»Nie mehr?«

»Nein.«

»Und warum nicht?«

»Das wissen Sie doch – weil es zwecklos wäre, Herr Graf.«

Sein dunkles Gesicht färbte sich höher, er sah sie voll an und empfand wieder ihre Schönheit. Leicht seufzte er auf und legte die eine Hand auf die Lehne des Schlittens.

»Sie haben recht,« gab er endlich in sich gekehrt zu, und über seine frischen, offnen Züge legte sich ein Schatten. »Ach, Unsinn, Fräulein Hedwig, ich muß es Ihnen einmal sagen, wir wollen ehrlich miteinander handeln. Es ist tatsächlich zwecklos. Obgleich ich Ihnen wirklich gut war – nein, werden Sie mir nicht böse, Ihnen war ich wirklich gut, wenn ich Sie auch in meiner Tollheit geradezu mißhandelt habe, ich unterschätzte Sie vielleicht – – aber das ist es nicht allein –«

»Nun, aber?« fragte das Mädchen hastig. Ihr Herz klopfte. Unvermittelt blitzte es ihr auf, als ob dieser junge Aristokrat, der ihr eben so treuherzig seine Liebe gestand, die Hände ausstrecken würde, um sie vor dem Fall zu bewahren, den sie ahnte. »Nun, aber?« kam es zitternd über ihre Lippen. »Was wollen Sie mir noch mitteilen?«

Sie wußte jetzt, sie liebte ihn nicht, aber sie wollte gerettet werden.