Aber es war nicht zu dünn.
Sie ließen die Gläser klingen, rötlich spiegelte sich das Windlicht in dem gelben Naß, fein läutete der silberne Ton in die Maiennacht hinaus.
»Schön,« rief der Förster und legte sich befriedigt die Hände auf den Leib, »sehr schön.«
»Ich dank’ dir, Heting,« sprach Wilms mit einem langen bewundernden Blick und hob das Glas.
Und der kleine Pastor leckte sich die Lippen und nickte nachdenklich lächelnd: »Die Bibel hat einen Trinkspruch dafür, meine Freunde,« sagte er vor sich hin und faltete die Hände um das Glas. »Psalm 65 – 11, 12 und 14.«
»Jawohl,« sagte der Förster beifällig, »sehr schön.« Er hielt bereits beim dritten Becher und man wußte nicht, ob er den passenden Vers oder Hedwigs gelungene Bowle so sehr bewundere. Dann zog er ein Päckchen der Stralsunder Fabrik hervor und sprach halb bittend, halb verschämt: »Ein Skätchen?«
Und ohne abzuwarten fuhr er fort: »Wilms gibt.«
Lächelnd griffen die Herren zu den Karten, die Zigarren wurden entzündet, und bald fielen die bekannten Worte:
»Tourné? – Solo? – Pastor, zeigen Sie mir Ihre Karten nicht.«
Hedwig schritt leise aus der Laube hinaus. Langsam wandelte sie im Garten herum, der Mond stand voll am Himmel und beleuchtete die schmalen Pfade. An einem blühenden Rotdorn wandte sich das Mädchen und blickte in die helle Laube zurück. Da saßen die drei unter den weißen und blauen Fliederbüschen, schlürften den guten Wein und spielten munter fort.