»Nein – nein – Gott schütz’ mich – bewahr mich davor. – Das darf ich ja nicht denken – Karl, Jochen,« rief er laut seinen Leuten zu.

Er wollte Menschen um sich haben, um die Gespenster mitten in der Sonnenglut zu scheuchen.

**
*

Inzwischen waren die beiden Schwestern allein.

Hedwig riet der Kranken, sie solle sich jetzt etwas niederlegen, allein Else wollte davon nichts wissen, obwohl ihre Bewegungen seit Wilms Fortgange sichtlich matter geworden waren.

»Nein, nein, Heting,« lehnte sie hastig ab, »glaub’ mir, das hab’ ich jetzt nicht mehr nötig. Wir wollen jetzt lieber die Wirtschaft ein bißchen durchmustern, vor allen Dingen meine Schränke. Darauf freue ich mich schon wochenlang. Hast du sie auch hübsch in Ordnung gehalten?«

Die andere bejahte leidend und schloß im Wohnzimmer einen Wäscheschrank auf, aber Else ging das alles zu langsam. In der Hast riß sie der Jüngeren das Schlüsselbund aus der Hand und lief damit von einem Schrank zum andern. Überall sah sie hinein. Dann hing sie sich die Schlüssel in den Gürtel.

»Ich möchte sie jetzt doch lieber wieder selbst behalten,« erklärte sie Hedwig mit vor Vergnügen gerötetem Gesicht. »Von jetzt an werde ich ja wieder alles allein beaufsichtigen.« Und sie küßte ihre Schwester stürmisch auf die Wange: »Nicht wahr, Heting, du freust dich doch darüber?«

Die Jüngere nickte ernst. Ein wehmütiges Lächeln spielte um ihre Lippen, als die klappernden Dinger wieder den Gürtel ihrer Schwester schmückten.

Jetzt war sie also abgesetzt, sie kam sich überflüssig vor. Mutlos blickte sie zu Boden. Dagegen gab es keinen Kampf. Der Aufenthalt im Zimmer wurde ihr drückend.