»Komm, Else,« nahm sie sich zusammen, »ich habe noch eine Überraschung für dich. Komm mit.«
Sie gedachte der Heimgekehrten den Platz zu zeigen, der früher mit wildem Gestrüpp bedeckt gewesen und sich nun unter Hedwigs Hand in einen blühenden Garten verwandelt hatte.
Sie schritten dorthin.
Und Elses Entzücken war zuerst ganz aufrichtig. Still und selig schlang sie den Arm um Hedwigs Schulter, und so saßen die beiden Schwestern in der blühenden Fliederlaube und träumten in den sinkenden, rosigen Tag hinaus.
Hedwig erinnerte sich an den vergangenen Abend. In ihrem Ohr klang der silberne Ton wieder, wie gestern, als sich ihr Glas mit dem des Landmanns berührt hatte.
So würde fortan Else mit ihrem Mann hier sitzen, dachte das Mädchen, sie aber würde gehen. Sie ließ die Hände in den Schoß sinken und sah über die Stachelbeerhecken fort auf die angrenzende weite grüne Wiese hin, auf der zahllose Schmetterlinge im letzten Abendsonnenschein herumgaukelten.
»Du bist so still?« fragte Else.
In demselben Augenblick kehrte Wilms zurück. Er freute sich darüber, die beiden Frauen an der liebgewordenen Stätte zu finden, und erzählte Else, wie oft sie hier schon gemütlich gespeist hätten. Zum Schluß bat er, daß auch heute an dieser Gewohnheit festgehalten werde.
Else sah erstaunt zu dem vor ihr Stehenden auf.
»Hier?« fragte sie verwundert. »Aber hier wird es doch bald zu kühl?«