Wilms stand bereits an der Tür. Er wurde verlegen. »Wen soll ich – –?« fragte er zögernd.
»Ach so den – – ja – den – Elsing – den hab’ ich entlassen.«
Wilms wußte, daß er Unrecht auf sich geladen hatte, er hatte den Alten fortgejagt aus Liebe zu dem schönen Weibe, vor deren Kammer er damals gestanden. Der Mann hatte ein Menschenalter auf dem Hofe gedient. Der Schweiß brach ihm aus der Stirn, in seiner Befangenheit scharrte er mit den Stiefeln auf dem sandbestreuten Estrich der Stube hin und her und wagte die Augen nicht zu seinem Weibe zu erheben. Aber Else saß zuerst ganz stumm. »Du hast den alten Christian entlassen?« murmelte sie endlich ungläubig. »Im Ernst?«
Der Pächter nickte.
Die Kranke fuhr auf: »Aber weißt du denn nicht, daß ich dem Alten versprochen hatte, er könne hier sein Leben beschließen!« rief sie entrüstet.
In heftigem Unmut warf sie ihr Leinenzeug von sich und preßte beide Hände an die Schläfen. Die Augen, die sich immer dunkler umränderten, begannen krankhaft zu leuchten.
Auch Wilms bemerkte es. Angsterfüllt trat er näher: »Du sollst dich doch nicht aufregen, Elsing,« bat er atemlos. »Hörst du, mein Kind, nicht deswegen.«
Allein Elses Geduld war erschöpft. Ein Tränenstrom brach hervor, sie schleuderte die Schere auf den Fußboden, daß sie klirrte, und war ganz fassungslos.
»Ich will endlich wissen, was hier hinter meinem Rücken vorgegangen ist?« rief sie empört, obgleich sie nach Luft rang. »Warum hast du denn nur den alten Mann entfernt, wie?«