Sie faßte sich an die Stirn und begann schmerzlich zu lächeln. Sie fing an, an Gespenster zu glauben.

Mit der Zeit begann der Kranke auch Elses Namen immer häufiger in seine Reden zu mischen. Bald erinnerte er sich an Worte seiner Frau, bald an allerlei Eigentümlichkeiten, und eines Tages, beim Mittagbrot, merkte Hedwig, daß sie der Pächter mit weit aufgerissenen, entsetzten Augen beobachtete:

»Was hast du denn, Wilms?«

»Du – du siehst – ihr doch sehr ähnlich,« stammelte der Landmann fassungslos und ließ Messer und Gabel aus seiner Hand klirren.

Und am Nachmittag nahm Hedwig aus der Nebenstube wahr, daß Wilms, anstatt zu schlafen, bitterlich vor sich hin schluchzte.

Dagegen vermochte sie nichts. Die Tote siegte.

Ihr wunderbarer, prachtvoller Körper blühte neben ihm, und der Kranke koste und scherzte mit der Verwesten.

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»Onkel Doktor,« weinte Hedwig vor sich hin, als sie mit dem weißbärtigen Physikus, den sie hatte holen lassen, in der Laube saß, »was soll ich dagegen tun?«

Sie hatte dem alten Freunde alles gebeichtet, was sie seit dem einen Jahre auf diesem Gehöft erlebt hatte.