Da streichelte der alte Herr dem jungen Geschöpf die welligen braunen Haare aus der heißen Stirn, nahm sie in seine Arme, und während ihr Schluchzen zu ihm heraufdrang, sagte er wie zu einem kleinen Kinde:

»Recht – recht – du bist ein tapferes, kleines Ding, es wird auch alles wieder gut.«

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»Heting,« sagte Wilms an einem der nächsten Tage, als sie nach dem Kaffee in der Wohnstube zusammen saßen, »du bist ja so vornehm angezogen, willst du ausfahren?«

Das Mädchen sah ihn lange und ernsthaft an, als wollte sie sich jeden seiner Züge einprägen, dann schüttelte sie trübe lächelnd das Haupt, aber sie wandte sich ab und ließ ihren Blick lange auf dem Hof ruhen und sah grüßend zu den Pappeln der Landstraße hinüber.

Nach einer Weile kehrte sie dem gebeugten Mann ihr schönes Gesicht zu und fragte einfach und doch voll verschlossenen Wehs:

»Wilms, hast du mich wirklich ein bißchen liebgewonnen?«

»Wie kannst du nur so fragen, Heting.«

»Und mehr – mehr als Else?«

»Ich bitt’ dich, Kind – daran mußt du nicht rühren – laß sie doch ruhen.«