Er verschluckte sich, wurde kirschrot im Gesicht und der winzige Pastor Schirmer, der neben ihm saß, mußte dem Riesen auf den Rücken klopfen:
»Lieber Freund, beruhigen Sie sich doch,« fistelte der Geistliche und schickte einen unruhigen Blick zu Gattin und Tochter hinüber, von denen die letztere sich weit über den Tisch lehnte, um den keck vorgetragenen Geschichtchen des jungen Brachwitz mit heißen Wangen zu lauschen.
Alle Schüchternheit des Landgänschens war verflogen.
Auch die Förstersfrau folgte lächelnd den Anekdoten des jungen Aristokraten.
»Mein Gott« – schoß es dem verwirrten Pastor durch das zitternde Greisenköpfchen. »Die Weiber – die Weiber – gar nicht auszustudieren – Die Förster Eltze und meine Paula, die frömmsten aus meiner Gemeinde, jeden Sonntag in der Kirche, dazu noch eine Erbauungsstunde – und nun dieses Benehmen, sobald ihnen der erste hübsche, junge Mensch über den Weg läuft.«
»Ha, ha, was die Mädchen wohl für Gesichter gemacht haben mögen, als der Köter kam,« grunzte der Förster von neuem und reckte eine Faust in die Höhe.
Der Landedelmann, der neben Elses Krankenstuhl saß und ihr gutmütig von Zeit zu Zeit allerlei kleine Dienste erwies, entzündete jetzt mit Erlaubnis der Hausfrau eine seiner eigenen feinen Zigarren, und warf, sich zurücklehnend, gespannt und erwartend dazwischen:
»Na, lieber Eltze, das wird uns am besten Fräulein Hedwig, – Fräulein Schröder,« verbesserte er sich – »sagen können. Denn sie hat sich ja auch in dieser Pension befunden.«
»Was, das ist Ihre Pension, Fräulein Hedwig?« rief Paula Schirmer lebhaft dazwischen.
Und der Förster schrie schallend: »Donnerwetter, unser schönes Fräulein Hedwig war auch eine von den Kötermamsells? – Na, wie war’s denn?«